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Stadt braucht alle Turnhallen für Flüchtlinge

Pattensen Stadt braucht alle Turnhallen für Flüchtlinge

Die Stadtverwaltung von Pattensen wird alle Schulsporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen brauchen. Das sagte Bürgermeisterin Ramona Schumann am Montagabend im Ortsrat Hüpede-Oerie. Die Folgen für den Schulsport und den Vereinssport sind noch nicht absehbar.

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Praktisch alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Pattensen sind seit einem Jahr mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen. Der Bedarf an Wohnraum sei inzwischen so groß, dass die Stadt bedauerlicher Weise auf diese Möglichkeit zurückgreife müsse. "Wir reden von allen Turnhallen", ergänzte Schumann. "Wir wissen nur noch nicht, wann und in welcher Reihenfolge." Sie könne im Moment auch nicht sagen, wie lange die Hallen belegt wären. Im Ortsrat hatten Vereinsmitglieder der SpVg Hüpede-Oerie nachgefragt, wie lange sie die Turnhalle der Hüpeder Grundschule noch nutzen könnten. Sie machten deutlich, dass das Wegfallen der Hallenzeiten ein großes Problem sei. "Es kann soweit kommen, dass Leute aus dem Verein austreten", sagte ein Vereinsvertreter.

Etwa 200 Flüchtlinge lebten schon im Stadtgebiet, sagte Schumann. "Bis Ende des Jahre müssen wir noch beinahe 50 Personen zusätzlich aufnehmen." Sie rechne für 2016 mit erhöhten Zuweisungen. Seit etwa einem Jahr seien praktisch alle Verwaltungsmitarbeiter mit dem Thema Flüchtlinge befasst. "Die Stadt arbeitet seit mehreren Monaten im Ausnahmezustand."

Die Stadt bemühe sich seit längerem darum, eine Unterkunft mit 200 Plätzen bauen zu lassen, sagte Schumann. "Wir sind aber bisher an den genehmigenden Behörden gescheitert. Das verärgert mich zutiefst." Die Stadt will in einem sogenannte zweistufigen Modell Wohnungen bauen lassen, die für etwa 10 Jahre von Flüchtlingen belegt werden. Später können sie auch an andere Mieter vergeben werden.

Mehrere Zuhörer der Ortsratssitzung im Feuerwehrhaus in Hüpede äußerten Bedenken gegen die Anwesenheit einer größeren Zahl von Flüchtlingen in ihrem Ort. "Ich habe wirklich Sorgen um die Mädchen", sagte eine Frau. Sie habe gehört, dass andernorts männliche Flüchtlinge die einheimischen Mädchen und Frauen belästigt hätten. Und Flüchtlinge hätten sich beim Friseur die Haare schneiden lassen und im Supermarkt Waren genommen, alles ohne zu bezahlen. Schumann fragt mehrmals vergeblich nach, ob diese Behauptungen auch wirklich belegt seien. "Es gibt keine Garantie", sagte sie, "aber in Pattensen gibt es bisher keine Vorfälle."

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