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Trauer um Joachim Schneider

Schulenburg Trauer um Joachim Schneider

Joachim Schneider ist tot. Der Ortsbürgermeister von Schulenburg und Ratsherr (UWG) starb am Sonnabend unerwartet im Alter von 63 Jahren. Erst am Montag leitete der gebürtige Schulenburger noch eine Ortsratssitzung.

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Joachim Schneider.   privat

Schulenburg. Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann würdigt ihn als „verlässlichen und offenen Ansprechpartner“. Sie schrieb in einem am Sonntag veröffentlichten Nachruf: „Sein offenherziges Wesen und die Art, die Dinge anzupacken, werden der Pattenser Politik sehr fehlen.“

Die UWG hat den Tod ihres Vorsitzenden mit "großer Bestürzung und unendlicher Trauer" aufgenommen. Schneider hatte die Unabhängige Wählergemeinschaft Schulenburg-Calenberg 1996 mitgegründet und "mit viel Engagement, Herz und Einsatz über viele Jahre geführt". Mit ihm verliere Schulenburg "eine anerkannte und allseits geschätzte Persönlichkeit". Weiter heißt es: "In seinen Spezialgebieten wie zum Beispiel der Energiewende oder im Bauausschuss wurde Schneider nie müde sich für die Sache einzusetzen, ohne das Menschliche und Persönliche zu vergessen. Er hat der Politik ein Gesicht gegeben, er nahm meist kein Blatt vor den Mund und nannte die Dinge klar beim Namen."

Schneider war seit 2001 für die Unabhängigen im Rat der Stadt sowie zunächst stellvertretender Ortsbürgermeister und ab November 2011 Ortsbürgermeister in Schulenburg. Zudem übernahm er den Vorsitz im städtischen Ausschuss für Familie, Jugend und Soziales. Schneider war ferner Mitglied im Ausschuss für Bauangelegenheiten, Stadtentwicklung und Umwelt.

„Gemeinsam mit dem Ortsrat, mit viel persönlichem Einsatz und gerne mit mahnenden Worten nach Pattensen führte er seine Ämter aus", schrieb Schumann in ihrem Nachruf. "Für seine Überzeugungen focht er leidenschaftliche Kämpfe aus. Er scheute keine Debatte und mochte sie noch so hitzig sein und wenn die Emotionen ihn erfassten, blieb einem manches Mal nur noch Zurückhaltung.“ Schumann merkte zudem an, sie habe auch den „nachdenklichen und reflektierten Joachim Schneider“ geschätzt, der sich am Ende einer Sitzung Zeit nahm, um das Geschehene zu besprechen. Politiker und Menschen wie Schneider „wirken über Grenzen hinaus, über die Grenzen ihrer Heimat und zu oft auch über ihre eigenen Grenzen“.

In einem gemeinsamen Schreiben betonen Schumann, die Ratsvorsitzende Julia Recke und die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Svenja Blume: "Schneider vertrat die Belange seines Heimatortes und die sozialen Angelegenheiten der Stadt Pattensen mit viel Leidenschaft sowie Herzblut und war über Parteigrenzen hinweg ein geschätzter und anerkannter Kollege."

Die SPD-Ratsfraktion betont in ihrem Nachruf: "Es gibt Situationen, da steht das politische Alltagsgeschäft einfach still. Wir trauern mit Schulenburg und der Fraktion der Unabhängigen im Rat, die ein engagiertes Mitglied und einen kämpferischen Politiker verloren haben." Weiter heißt es: "Wir verlieren einen warmherzigen, streitbaren und sehr geschätzten Ratskollegen. Die unbeschwerte Art von Joachim Schneider werden wir nicht vergessen."

In einer Antrittsrede als Ortsbürgermeister 2011 hatte Schneider betont, dass die kommunale Demokratie ohne Menschen, „die einen Teil ihrer knapp bemessenen Freizeit opfern“, nicht funktioniere. Schneider hatte als Technischer Angestellter gearbeitet und hinterlässt Frau und Familie.

In sozialen Netzwerken wird Schneiders Wirken vielfältig gewürdigt. So schreibt der Musikzug Schulenburg: „Wir sind unendlich traurig, erschüttert und fassungslos.“

Von Andreas Zimmer

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