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20-jähriger wehrt sich gegen Polizisten

Pattensen / Springe 20-jähriger wehrt sich gegen Polizisten

Der Vatertag im Mai 2015 wird einem 20-jährigen Pattenser in Erinnerung bleiben: Als er an diesem Abend nach einer Prügelei mit mehreren Beteiligten am hannoverschen Maschsee zur Feststellung seiner Identität auf das Polizeikommissariat gebracht werden sollte, widersetzte er sich vehement den Polizisten. Jetzt musste er sich vor dem Amtsgericht Springe verantworten.

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Das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Springe hat ein Urteil geprochen.

Quelle: Andreas Zimmer (Archiv)

Pattensen / Springe. Der 20-Jährige wurde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Lubrich am Springer Amtsgericht zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. „Ich hatte bei der Schlägerei am Maschseeufer nichts gemacht und wusste mir nicht anders zu helfen“, erklärte der vorbestrafte junge Mann, der unter Bewährung steht, sein Handeln.

Das Opfer habe erst niemanden als vermeintlichen Täter erkannt. Dann aber habe der geprügelte Mann seine Brille wiedergefunden und den Angeklagten beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. „Er hat auf mich gezeigt, obwohl ich es gar nicht war“, berichtete der Pattenser. Daraufhin habe er es mit der Angst bekommen und sich geweigert, die Polizeibeamten zu begleiten. Die wollten auf dem Kommissariat die Personalien des jungen Mannes feststellen, der keine Ausweispapiere bei sich trug.

Es sei ihnen nur zu zweit gelungen, den 20-Jährigen zunächst ins Polizeiauto, dann in die Woche und schließlich bis zu einer Zelle zu geleiten, wo er einen Tag in Untersuchungshaft verbringen musste, berichtete ein Beamter in seiner Zeugenaussage. Zwar habe der junge Mann seinen Unmut über die Situation laut kundgetan und sei aggressiv gewesen, er habe aber niemanden beleidigt oder gar geschlagen, erklärte sein Kollege.

Teilweise sei er sogar kooperativ gewesen, habe sich dann aber wieder aus dem Griff der Beamten weg drehen wollen. „In diesen Phasen hat er sich komplett gegen alles gesperrt“, beschrieb es ein Polizist. Der junge Mann entschuldigte sich per Handschlag bei den beiden Beamten, die als Zeugen vor Gericht aussagten.

Bei dem Angeklagten war nach der Tat ein Blutalkoholwert von 1,3 Promille festgestellt worden, zudem wurden bei ihm Wirkstoffe von Betäubungsmitteln festgestellt. Er nehme nun aber schon lange keine Drogen mehr und trinke nur gelegentlich, beteuerte der junge Mann. Zusätzlich zu der gemeinnützigen Arbeit muss der 20-Jährige, der auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, drei Beratungsgespräche bei der Beratungseinrichtung proAktiv absolvieren. Diesen Vorschlag der Jugendgerichtshilfe nahm das Jugendschöffengericht in sein Urteil mit auf.

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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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