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Vermieter klagt gegen junges Paar

Pattensen/ Springe Vermieter klagt gegen junges Paar

Ein Streit zwischen einem Vermieter und einem jungen Mieter-Paar hat das Springer Amtsgericht beschäftigt. Eine 18-jährigen Pattenserin und ihr 22-jährigen Lebenspartner mussten sich wegen des Vorwurfs des Diebstahls verantworten.

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Das Amtsgericht Springe.

Quelle: Andreas Zimmer

Pattensen/ Springe. Die jungen Leute sollen einen Türstopper, Bauteile des Toilettenspülkastens, eine defekte Deckenlampe sowie drei gebrauchte Rollos aus der Wohnung ihres Vermieters entwendet haben. Jugendrichter Christian Lubrich sprach das Paar frei.

„Seitdem ich schwanger war, wollte uns der Vermieter aus der Wohnung haben“, berichtete die 18-Jährige. Immer wieder habe es Streit gegeben. Die junge Frau durfte den Kinderwagen für ihr frisch geborenes Baby nicht im Flur stehen lassen, sondern musste den Wagen in die Etagenwohnung tragen. Einmal habe der Vermieter den Wagen im Erdgeschoss im Flur stehen sehen, währenddessen die junge Mutter ihr Kind aus der Wohnung holen wollte. Da habe der Vermieter so laut geschrien, dass es im ganzen Haus zu hören gewesen wäre, berichtete der junge Vater.

Das Paar zog im Ende Juli letzten Jahres schließlich aus. Eine offizielle Wohnungsübergabe habe nicht stattfinden können, weil der Vermieter nicht anzutreffen gewesen sei, berichtete das Paar. Sie legten den Wohnungsschlüssel auf die Fußmatte vor die Tür ihres Vermieters – und bekamen später eine Strafanzeige wegen Diebstahls.

Die angeblich gestohlene und defekte Deckenlampe sei aber schon Monate vor ihren Auszug von einem Elektriker und im Beisein des Vermieters abmontiert worden, berichtete die Angeklagte. Die gebrauchten Rollos habe der Vermieter ihnen geschenkt. Zwei davon lagerten vor dem Einzug des Paares im Keller des Vermieters und waren so verschmutzt, dass sie nicht zu säubern waren und von dem Paar entsorgt wurden. An einen Türstopper, der vermeintlich ebenfalls verschwunden war, konnten sich die Angeklagten nicht erinnern.

Der Spülkasten im Badezimmer sei schon bald nach ihren Einzug defekt gewesen, und ein Teil der Mechanik sei abgebrochen. Dieses Teil hatte der Vermieter nun als gestohlen gemeldet. Er sprach in seiner Zeugenaussage davon, dass das frisch renovierte Bad von den jungen Mietern geradezu „demoliert“ worden sei. Absichtlich seien Teile aus dem Spülkasten abgebrochen, der Papierabroller abgeschlagen worden. „Die haben sich benommen wie im Urwald“, wetterte der 71-Jährige in seiner Zeugenaussage. Und davon, dass er die Rollos verschenkt habe, sei „keine Rede“ gewesen. Im übrigen hätte sich das Paar die Wohnung erschlichen, wie er es ausdrückte. Er habe keine Tiere und keine Kinder in der Wohnung haben wollen, dann aber sei die Mieterin schwanger geworden. Das Jugendgericht glaubte den Aussagen der Angeklagten und sprach sie vom Tatvorwurf des Diebstahls frei.

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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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