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Grundschule: Eltern wütend über Verzögerung

Pattensen-Mitte Grundschule: Eltern wütend über Verzögerung

Mit Wut und Unverständnis haben die Eltern der Grundschulkinder auf die erneute Verzögerung der Sanierung der Grundschule Pattensen reagiert. Sie hatten davon erst aus der Zeitung erfahren. Am Dienstagabend wollen die Eltern vor der nichtöffentlichen Ratssitzung für ihr Anliegen demonstrieren.

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Die Grundschule Pattensen muss saniert werden.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. Bei der Sitzung des Schulelternrats in der vergangenen Woche brachten viele Eltern ihr Entsetzen zum Ausdruck. „Wir fragen uns, ob die Beteiligten wirklich mit aller Macht wollen, dass sich die schlimmen Zustände in der Schule so schnell wie möglich verbessern“, sagt Schulelternratsvorsitzende Dr. Anja Biber. „Es kann nicht sein, dass jetzt wieder alles in Frage gestellt wird.“ Die Planungen laufen bereits seit vielen Jahren. Zwei Mal hat der Rat das Projekt bereits mit großer Mehrheit beschlossen. „Wir fragen uns, warum die Umsetzung so langwierig ist und problematisch zu sein scheint. Beim Rathaus ging alles plötzlich ganz schnell, das wünschen sich die 6- bis 11-Jährigen Kinder, die die Schule jeden Tag besuchen, sicher auch“, sagt Biber.

Mit fast 400 Schülern ist die Schule an der Marienstraße die größte Grundschule im Stadtgebiet. Für die neuen Anforderungen durch die Inklusion und die Ganztagsbetreuung wurde die Schule nicht erweitert, saniert oder umgebaut. Laut einem Gutachten der Stadt gibt es Mängel beim Brandschutz, Asbest an der Fassade und stark eisenhaltiges Trinkwasser in der Schule. Und laut Schulentwicklungsplan wächst die Schülerzahl in den nächsten Jahren auf 450 – das heißt es fehlt auch an Platz.

Als Grund für die Verzögerung hatte die Verwaltung vergangene Woche erhöhte Kosten und den schlechten Baugrund unter der Turnhalle benannt. Zumindest letzterer ist keine Überraschung: Der schlechte Baugrund ist der Verwaltung schon seit Anfang 2016 bekannt. „Vor einem Jahr hat uns die Bürgermeisterin mitgeteilt, dass eine 'konkrete technische Prüfung und ein Bodengutachten' durchgeführt wurden – dies war doch der Grund für den erneuten Ratsbeschluss im Mai“, erklärt Anja Biber, die sich bereits seit gut zwei Jahren mit anderen Eltern für den Fortgang des Projekts einsetzt.

„Bei einem Projekt, das seit mehr als vier Jahren geplant wird, bei dem bereits zwei Planungsbüros beteiligt waren und sicher auch schon viel Geld ausgegeben wurde, ist jetzt nicht mehr die Zeit, um über neue und andere Lösungen nachzudenken“, sagt Anja Biber. „Alle müssen sich jetzt anstrengen, damit es so schnell wie möglich losgeht. Es geht hier immerhin, um die Lernumgebung von 400 Kindern.“

Die Eltern hätten dabei "durchaus zu Kenntnis genommen", dass der Bau - für den bisher 9 Millionen Euro eingeplant sind - plötzlich teurer werden soll. Warum alles nun teuerer werden soll, entziehe sich ihrer Kenntnis, eränzt Biber. Die Eltern würden den Rat der Stadt auffordern, "seine Kontrollfunktion gegenüber der Verwaltung auszuüben und dafür zu sorgen, dass die Arbeiten möglichst schnell beginnen". „Nehmen Sie als Stadt die Eltern und die Schulleitung endlich ernst und binden Sie uns ernsthaft und umfassend in die Planungen mit ein", fordert die Schulelternratsvorsitzende.

Der Rat der Stadt Pattensen trifft sich am Dienstagabend ab 18 Uhr zur nichtöffentlichen Sitzung im Feuerwehrgerätehaus, Commandant-Diete-Weg. Die Eltern - mit ihren Kindern - wollen ab 17.30 Uhr vor Ort sein - mit Plakaten und kritischen Fragen.

CDU fordert Beteiligung der Schulleitungen

Die Stadtverwaltung und das zuständige externe Planungsbüro werden am Dienstag in der nichtöffentlichen Sitzung des Rats den aktuellen Sachstand zur Sanierung und Erweiterung der Grundschule Pattensen präsentieren. Darüber hinaus gibt es Informationen zur Sanierung der Grundschule Schulenburg. Jonas Soluk, der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, erklärte, dass diese detaillierte Präsentation nur aufgrund eines CDU-Antrags erfolge.

"Auch bei der Schulleitung und der Elternvertretung der Grundschule Pattensen hat sich ein enormes Informationsdefizit angestaut", sagt Soluk. Deshalb habe die CDU zusätlich beantragt, dass die Schulleitungen aus Pattensen und Schulenburg bei der Präsentation am Dienstag dabei sein können. Dieser Antrag sei im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss gegen die Stimmen der CDU-Vertreter von der Mehrheit abgelehnt worden.

"Ich verstehe nicht, wieso bei dieser Sitzung, bei der es nur um dieses Projekt geht, die Schulleitungen nicht beteiligt werden. Welchen Zweck verfolgen die Bürgermeisterin und die Ratsmehrheit damit?" fragt Georg Thomas, CDU-Vertreter im Schulausschuss. "Die Transparenz und die weitestgehende Einbindung unmittelbar Betroffener halte ich für sehr wichtig."

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