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Freifläche für Hunde ist leinenloses Paradies

Hüpede Freifläche für Hunde ist leinenloses Paradies

Das fragt sich wohl jeder Hundehalter manchmal: Wo kann man das Tier ungestraft ohne Leine laufen lassen? In Hüpede gibt es seit inzwischen sieben Jahren einen privat organisierten Hundefreilaufplatz. Die Inititative untersützt zugleich auch Tierschützer im Ausland.

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Stressfreie Hundekommunikation ohne Leine auf dem Freilaufplatz in Hüpede. Immer unter Aufsicht.

Quelle: Andrea Weber

Hüpede. An vielen Stellen gilt ganzjähriger Leinenzwang. Während der Brut- und Setzzeit zwischen dem 1. April und dem 15. Juli jeden Jahres müssen in Niedersachsen Hunde grundsätzlich im Wald und in der freien Landschaft an der Leine geführt werden. Dadurch will man verhindern, dass freilaufende Hunde Gelege von Bodenbrütern zerstören oder Jungwild angreifen. Viele Hundehalter fühlen sich dadurch bevormundet und kritisieren die Maßnahme als nicht artgerechte Hundehaltung. Bewegung ohne Leine und ungestörte Kommunikation mit Artgenossen sind sehr wichtig.

Auch Manfred Rödl (54) aus Harsum (Landkreis Hildesheim) kannte das Problem. Hinzu kam, dass sein Beagle-Setter-Mix Bujan einen ausgeprägten Jagdtrieb an den Tag legte und so aktiv war, dass er seinem Bewegungsdrang kaum gerecht werden konnte.

So machte sich Rödl auf die Suche nach einem eingezäunten, großen Gelände, auf der Hunde unter Aufsicht ungestört toben und spielen können. Und zwar ohne Leine! In Wohnortnähe in Hildesheim und Umgebung war kein passendes Areal zu finden. Also dehnte er den Radius aus und wurde schließlich in Hüpede fündig.

Eine ehemalige Schafweide bot die optimalen Bedingungen: Die 4.500 Quadratmeter Naturgelände haben alten Baumbestand, Weiden und einen kleinen Bach in der Mitte, das Gelände ist komplett mit einem 1,60 Meter hohen Zaun umgeben. Das Areal liegt am Rand von Hüpede, Nachbarn können sich also nicht gestört fühlen. Rödl pachtete das Grundstück und gründete 2010 den ersten privaten Hundefreilaufplatz.

„Anfangs gab es Vorbehalte aus der Nachbarschaft", berichtet Rödl. "Was machen die da?“ Diese Bedenken sind schon lange ausgeräumt. Mittlerweile sind die Hundefreunde anerkannt und beliebt. Auch viele Hüpeder nutzen den Freilaufplatz gern mit ihren Hunden.

Dem Vertriebsmitarbeiter ist es sehr wichtig, dass sich die Hunde richtig auspowern können und vor allem auch die Kommunikation unter den Hunden gefördert wird. Er versucht, möglichst viele verschiedene Rassen und Größen auf seinem Platz zusammen zu bringen. „Auch die Besitzer lernen viel über ihre Tiere aus ihren Interaktionen“, sagt er. Die Hunde sind ständig unter Aufsicht, um rechtzeitig eingreifen zu können. Damit sich kleinere Rangeleien nicht „hochschaukeln“. Rödl sagt: „So wie es läuft, läuft es gut. Ich bin zufrieden.“

Zwei kleine Anliegen in eigener Sache hat er aber noch: Er wünscht sich eine Unterstellmöglichkeit für seinen Rasenmäher und sucht einen bezahlbaren, kleinen Lagerraum für die Tierschutzspenden wie Futter, Näpfe oder Leinen.

Hunde toben und vertragen sich miteinander

Mit viel Idealismus und Herzblut hat er seine Idee in die Tat umgesetzt. Die ersten beiden Jahre finanzierte er den Freilaufplatz ganz allein aus eigener Tasche, etwa 1.500 Euro pro Jahr. Mittlerweile wird jeder Besucher um eine Spende gebeten, die auch drei Tierschutzorganisationen in Griechenland, Rumänien und Ungarn zu Gute kommt.Zwischen 15 und 20 Hunde toben zu den Öffnungszeiten über das Gelände. Freundschaften entstehen. Nicht nur zwischen den Hunden, auch zwischen ihren Besitzern. Die Hunde vertragen sich gut, toben und spielen miteinander und lernen so im Rudel, in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren.

Tanja Newermann (40) kommt mit Tinkerbell (2,5) möglichst jedes Wochenende zum Hundeplatz, wenn möglich, an beiden Tagen. Sie ist begeistert: „Das Spielen mit anderen Hunden ist durch nichts zu ersetzen. Hier sind alle gut sozialisiert, es kommt fast nie zu Vorfällen. Das ist das Tolle an der Sache.“

Corinna Nelches aus Schellerten besucht den Hundefreilaufplatz mit Hündin Mia (4,5) auch möglichst jedes Wochenende. Sie freut sich über die Möglichkeit, ihre Hündin frei laufen zu lassen. „Mia hat einen starken Jagdtrieb, draußen geht sie nur an der Leine.“ Hier gibt es tolle Hundefreundschaften und viel Bewegung für die Hunde.

Marianne und Michael Siedler aus Hüpede sind mit Hündin Babsi (12) fast von Anfang an dabei und kommen, so oft es geht. Babsi hat mittlerweile altersbedingte Defizite, fühlt sich aber trotzdem in Gesellschaft auf dem Hundeplatz wohl und wird durch den Kontakt zu den anderen Hunden mobilisiert. Außer den regelmäßigen Treffen auf dem Platz unternehmen die Hundefreunde viel gemeinsam. Schnitzeljagden, Ausflüge und sogar Urlaubsreisen, selbstverständlich mit den vierbeinigen Freunden. Auf dem Freilaufplatz wird häufig gefeiert, so zum Beispiel beim Weihnachts- und Silvestergrillen.

Das sind die Platzregeln

Sonnabends und Sonntags hat der Hundeplatz zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten. Eine Platzordnung ist unbedingt einzuhalten, damit das friedliche Miteinander funktionieren kann. Die Hunde müssen gesund sein, geimpft, gechipt und sozial verträglich. Läufige Hündinnen dürfen nicht auf den Platz. Der Besitzer muss seinen Hund jederzeit beaufsichtigen und darf ihn nicht allein auf dem Platz zurücklassen. Und er haftet für Schäden, die durch seinen Hund entstehen. Dies sind Auszüge aus der Platzordnung, die jeder Besucher beim Betreten des Geländes akzeptiert.

Mehr Infos finden sich unter www.hundefreilauf-hildesheim.de im Internet. Gründer Manfred Rödl ist über die E-Mail-Adresse hundefreilauf@t-online.de zu erreichen.

Nicht alle Initiativen sind erfolgreich

Von Kim Gallop

Eine ähnliche Inititative wie in Hüpede gibt es mit dem privat von Gabriele Wilken organisierten Hundegarten in Springe. Im Pattenser Ortsteil Schulenburg haben Susanne und Carsten Böckmann 2010 auf einer umzäunten Pferdewiese den sonntäglichen Hundetreff gegründet. Auch bei diesen Initiativen ohne feste Vereinsstruktur gibt es Regeln, die für die Gesundheit und Sicherheit von Mensch und Tier sorgen.

Versuche, dass die Kommune eine Hundefreilauffläche zur Verfügung stellt, sind in Pattensen bisher gescheitert. 2007 machte sich die FDP im Rat dafür stark, dass die Stadt Pattensen eine Fläche zu Verfügung stellt, die ein Hundeverein bewirtschaften könnte. 2012 benannte die SPD in Koldingen eine städtische Fläche, die in einen Freilaufplatz für Hunde umgewandelt werden sollte. Die Ideen wurden nicht verwirklicht.

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Fotostrecke Pattensen: Freifläche für Hunde ist leinenloses Paradies

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Von Andrea Weber

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