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Familie macht Abschiedsbesuch auf altem Hof

Pattensen Familie macht Abschiedsbesuch auf altem Hof

Zu einem Abschiedsbesuch sind jetzt Carsten Weidemann und seine Schwester Beate Kieschnick noch einmal zum sogenannten Weidemannschen Hof gekommen. Die beiden und ihr Bruder Karl, der nicht in Pattensen lebt, sind dort aufgewachsen. Ihr Ur-Ur-Großvater Georg Weidemann hatte den Hof 1885 gegründet. Ein Teil der Anlage wird abgerissen.

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Beim Abschiedsbesuch werden Carsten Weidemann (von links) und Beate Kieschnick vom Ersten Stadtrat Axel Müller begleitet.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen. Die Stadt hatte der Familie den Hof abgekauft, um an dem Standort das neue Rathaus zu bauen. Weil zu wenig Platz ist, soll dort nun Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden. Der Erste Stadtrat Axel Müller, der die Geschwister beim Ortstermin begleitet, kann noch nicht viel zu den Plänen sagen. Fest steht, dass das Wohnhaus bleibt und alle Scheunen und Ställe hinter der Brandmauer am alten Schweinestall abgerissen werden.

Weidemann zeigt auf einige Ziegel auf dem Dach des Schweinestalls: Sie wurden ausgebessert, nachdem 1945 in den letzten Kriegsmonaten Motorteile eines abgeschossenen britischen Flugzeugs durchs Dach krachten. „Da gab es jeden Tag Schweinebraten“, ergänzt Kieschnick. Sie und ihre Brüder haben davon nichts gehabt, weil sie nach Kriegsende geboren wurden. Aber ältere Familienmitglieder haben wohl gern von dem Festschmaus erzählt.

Ganz genau erinnert sich aber Weidemann daran, dass sie viel Spaß mit der elektrischen Seilwinde hatten. Damit wurden die großen Getreidesäcke vom Wagen aus zum Speicher hochgezogen. Und wenn sie Glück hatten, wurde eins der Kinder auf dem Sack sitzend mit hochgezogen. Kieschnick erinnert sich mit Freude an die beiden Kaltblüter, die der Großvater lange für die Feldarbeit einsetzte. „Da durfte ich manchmal auf dem Wagen mitfahren“, sagt sie. Gern erinnert sie sich auch an die Schlachtefeste im Winter. Nur das Quieken des Schweins, das geschlachtet wurde, das hätte das Mädchen damals lieber nicht gehört.

Der Großvater starb 1958. Seine Enkel, so erinnert sich Weidemann lächelnd, funktionierten später den ehemaligen Schweinestall zum Partykeller um. Mitte der Achtzigerjahre ist das letzte Mitglied der Familie Weidemann ausgezogen. Seitdem und bis heute ist das Wohnhaus vermietet.

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