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Feldhamster verzögert Bauprojekte

Pattensen Feldhamster verzögert Bauprojekte

Pattensen ist Hamsterland. Der streng geschützte Feldhamster verzögert immer wieder Bauprojekt in Pattensen - aktuell etwa die Erweiterung des Gewerbegebiets. Denn wenn Hamsterbaue auf einer Fläche gefunden werden, darf sie nicht bebaut werden - oder die Tiere müssen umgesiedelt werden.

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Der Tisch ist noch gedeckt: Wenn nur die Gerstenernte eingefahren ist und der Weizen noch steht, findet der Feldhamster - wie hier in Jeinsen - genug zu fressen.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen. Der Feldhamster ist in seinem Bestand stark gefährdet und deshalb nach dem Naturschutz- und dem EU-Recht geschützt. Soll eine Fläche bebaut werden, muss diese kartiert werden, um festzustellen, ob dort Hamster vorkommen. Werden Hamsterbaue gefunden, sollten andere Flächen für das Bauprojekt gefunden werden. Ist das nicht möglich oder nicht zumutbar, kann eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, damit die Tiere eingefangen und auf eine Ersatzfläche umgesiedelt werden können.

Zuletzt war in Pattensen der Bau der Kindertagesstätte an der Ruther Straße von Hamster-Streitigkeiten betroffen und über die Jahre mehrfach das große Baugebiet Pattensen-Mitte-Nord. Noch nicht gelöst ist der Konflikt um die Erweiterung des Gewerbegebiets. Diese wird seit mehr als zwei Jahren verzögert, weil sich die Stadt Pattensen mit der Region Hannover als Bauaufsicht nicht auf die Vorgehensweise einigen kann.

Die Stadt will, wie schon bei anderen Projekten, die Hamster einfangen und auf geeignete Ausgleichsflächen umsetzen lassen. Die Region möchte die Ausnahmegenehmigung dafür nicht erteilen. Um endlich eine Lösung herbei führen zu können, hat die Stadt mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die nächsthöhere Behörde eingeschaltet.

"Dies geschieht nicht im Bösen, dies Verfahren ist mit der Region abgestimmt", betont Pattensens Erster Stadtrat Axel Müller. "Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig werden." Ende vergangener Woche habe der Landesbetrieb signalisiert, dass er noch sechs bis acht Wochen bis zur Entscheidung brauche.

Die Blockade des Gewerbegebiets sei "in höchstem Maße ärgerlich", sagt Müller. Schließlich gibt es immer wieder Anfragen von bauwilligen Betrieben. "Wir sind keine Naturgegner", versichert Müller. Die Kommune wolle alles tun, um die bedrohten Tiere zu schützen. Er wünsche sich nur manchmal "schnellere Entscheidungen" von den Behörden.

Region wirbt mit Faltblatt und Film um Verständnis

In der Schriftenreihe Neue Chancen für die Natur beschäftigt sich Info Nummer 7 mit dem Feldhamster (http://www.hannover.de/Media/01-DATA-Neu/Downloads/Region-Hannover/Umwelt/Faltblätter/Feldhamster). Darin betont die Region: "Bei nahezu allen Bauvorhaben der letzten Jahre, in denen der Hamster eine Rolle spielte, konnten die Planungen unter verschiedenen Auflagen verwirklicht werden."

Noch mehr für das Image des wahrlich putzigen Nagers wird wohl ein  Film tun.

Weil ein Landwirt auf einer Ersatzfläche gegen die Auflagen ein Feld abgeerntet hatte, wurde vom Team Naturschutz eine Futterstation aufgestellt. Die Notfütterung sollte verhindern, dass die Hamster auf andere Flächen auswandern. Auch eine Kamera wurde installiert. Der gut zweiminütige Film zeigt, wie ein Tier sich die sprichwörtlichen Hamsterbacken voll packt und - pure Dramatik! - vier Spatzen vertreibt, die das Futterparadies entdeckt haben.

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Fotostrecke Pattensen: Feldhamster verzögert Bauprojekte

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