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Förderschule: Anmeldezahlen steigen

Pattensen Förderschule: Anmeldezahlen steigen

Die Calenberger Schule mit der Förderschule Sprache, der Förderschule Lernen und dem Schulkindergarten weist für das kommende Schuljahr gestiegene Anmeldezahlen auf. „Die Eltern sehen die Schwierigkeiten ihrer Kinder und wollen die beste Hilfe für ihr Kind“, so Schulleiterin Marita Kappeler.

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Förderschulen sind nach wie vor gefragt.

Quelle: Symbolfoto

Pattensen. Einzelheiten kann Schulleiterin Marita Kappeler aber noch nicht nennen. „Aber es geht in allen Bereich aufwärts, seit klar ist, dass die Förderschule Sprache Bestandsschutz hat“, sagt sie. Es gebe viele Anfragen für den Schulkindergarten, in dem Kinder mit Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich ihre Schulreife erlangen können. Die Förderschule Lernen für Kinder aus Pattensen und Hemmingen verzeichnet sogar für den fünften Jahrgang einige Neuanmeldungen.

In der Förderschule Sprache, in der vom ersten bis zum zehnten Jahrgang Kinder aus der südwestlichen Region gefördert werden, sind die Anmeldungen deutlich gestiegen. Zwei Drittel der Viertklässler werden auch im fünften Jahrgang weiterhin die Calenberger Schule besuchen. „Wir sind im fünften Jahrgang wieder zweizügig“, sagt Kappeler.

Die rot-grüne Landesregierung wollte im Zuge des im Januar verabschiedeten Schulgesetzes die Förderschulen Sprache im gesamten Land schrittweise auflösen. Nach monatelangen Protesten von Lehrern und Eltern wurde dieser Plan gekippt. Stattdessen gilt jetzt Bestandsschutz. Wie sehr die Eltern gerade die Förderschulen mit Schwerpunkt Sprache schätzen, zeigen neue Zahlen, die die Region Anfang Juli veröffentlicht hat.

Um zu sehen, wie der Inklusionsgedanke vorankommt, wurde untersucht, wie viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Regelschulen besuchen. Da zeigten sich große Unterschiede. Beim Förderschwerpunkt Hören und Sehen - dem Spitzenreiter - besuchen rund 58 Prozent der Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule. Am Geringsten fällt die Quote beim Förderschwerpunkt Sprache aus: 80 Prozent der Schüler mit Förderbedarf besuchen eine Förderschule.

Interview: Leiterin der Calenberger Schule über die Sprachförderung im Unterricht

Seit 2007 leitet Marita Kappeler (49) die Calenberger Schule in Pattensen mit Schulkindergarten, den Klassen 1 bis 10 und der Außenstelle in Laatzen. Redakteurin Kim Gallop sprach mit ihr über die besondere Arbeitsweise der Förderschule Schwerpunkt Sprache.

Was kann die Calenberger Schule für ein Kind mit Sprachschwierigkeiten tun?

Wir bieten in den Klassen mit maximal 14 Schülern ein intensives und ruhiges Arbeiten mit mehr Zuwendung für jedes Kind. Wir können Rücksicht nehmen auf die sprachlichen Auffälligkeiten, sodass niemand überfordert wird. Jedes Kind wird mit seinen Besonderheiten angenommen – das stärkt das Selbstbewusstsein.

Wie sieht denn Sprachförderung im Unterricht praktisch aus?

Zunächst einmal achten wir auf einen hohen Schülersprachanteil – in angstfreier Umgebung. Wir arbeiten an der bewussten Wahrnehmung der Laute, etwa dem Unterschied zwischen K und G. Wir geben den Schülern fürs Lesen- und Schreibenlernen deutlich mehr Zeit. Wenn ich die Laute nicht richtig bilden kann, kann ich sie auch nicht richtig schreiben. In den oberen Klassen schreiben wir komplexe Texte um, verzichten vielleicht auf Nebensätze. Es wird auch viel am Wortschatz gearbeitet. Häufig lassen sich Worte nicht mit Inhalt füllen. So wird zum Beispiel im Chemieunterricht von Stoffen gesprochen, es sind aber keine Kleidungsstücke gemeint. Bei manchen Schülern sind ganz viele Sachen „Dings“. Wenn sie sich nicht richtig ausdrücken können, lässt das die Schüler verzweifeln. So sehr, dass sie manchmal gar nichts mehr sagen. Inhaltlich unterrichten wir nach den gleichen Rahmenbedingungen wie die Regelschule.

Also arbeiten Sie eigentlich an Ihrer Abschaffung, denn das Ziel wird ja sein, dass ein Kind wieder auf die Regelschule wechselt?

Es war immer der Anspruch der Förderschule Sprache, eine Durchgangsschule zu sein, das war es auch vor der Inklusion. Aber es gibt Kinder, die die Zeit bei uns brauchen, um die Verzögerungen in ihrer Sprachentwicklung aufzuholen. Die Zahl der Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Sprache ist in den vergangenen Jahren gestiegen und auch die Anmeldungen bei uns. Die Eltern schätzen offensichtlich die fachlichen und personellen Ressourcen unserer Lehrkräfte.

Hat es Sie überrascht, wie leidenschaftlich die Eltern für den Erhalt der Schulform gekämpft haben?

Überrascht hat es mich nicht, es war jedoch eine große Bestätigung für unsere Arbeit. Für die Schüler bin ich froh, dass die Förderschule Schwerpunkt Sprache erhalten bleibt. Ich freue mich, dass die Eltern, die ja ihr Kind gut kennen, weiterhin die Wahlmöglichkeit haben, dieses zu uns zu schicken.

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