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Stadt bleibt Antworten schuldig

Pattensen Stadt bleibt Antworten schuldig

Zum Umgang der Stadt Pattensen mit der Flüchtlingskrise hatte Thomas Bungart einige Fragen. Sie wurden - auch im persönlichen Gespräch - von Bürgermeisterin Ramona Schumann nur teilweise beantwortet.

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Antworten aus dem Rathaus von Pattensen zu bekommen, scheint nicht immer so einfach zu sein.we

Quelle: Kim Gallop

Pattensen. "Das Treffen verlief in freundlicher und sachlicher Atmosphäre, bot inhaltlich allerdings wenig Substanzielles", so fasst der Pattenser selbst seinen Eindruck zusammen. "Antworten habe ich auf die meisten meiner Fragen nicht bekommen." Da es sich um ein vertrauliches Gespräch handelte, könne er öffentlich nur seine Gesamteindrücke wiedergeben, erläutert Bungart.

Unter anderem hatte er nach der finanziellen Belastung der Stadt durch die Flüchtlingskrise gefragt. Demnach gehen die Kosten der Unterbringung und Leistungserbringung zu Lasten der Region Hannover als Kostenträger für den Sozialbereich. Außerdem trage die Region Hannover zusätzliche Personalkosten im Bereich der Betreuung (Sozialarbeiterstellen) bei der Stadt Pattensen und den übrigen 19 Regionskommunen (außer der Landeshauptstadt). Bungart vermutet, dass noch mehr Kosten anfallen, die nicht erstattet werden, aber unerwähnt bleiben.

Zum Thema Unterbringung von "Flüchtlingen in Turnhallen" habe er schriftlich mitgeteilt bekommen, dass die Stadt "derzeit keine Rückmeldung potenzieller Betreiber" habe, daher sei "weder Belegungsgrößenordnung noch Zeitraum absehbar". Ihm sei gesagt worden, dass die Stadt etwa 200 Personen in vier Turnhallen unterbringen könnte. Bungarts Fazit: "Es ist offensichtlich, dass die Pläne der Stadt sich in diesem Bereich nicht geändert haben. Lediglich die Umsetzung scheint sich schwieriger zu gestalten, als angenommen." Er hofft, dass ein seriöser Betreiber den Zuschlag erhält. "Osteuropäische Dienstleister konkurrieren in diesem scheinbar finanziell äußerst lukrativen Geschäft zunehmend mit harten Bandagen", berichtet er.

Der Pattenser hatte der Stadt vorgeschlagen, zum Thema Flüchtlinge "ein hohes Maß an Informationen" zu liefern. So könnten Gerüchte vemieden und Debatten versachlicht werden. Doch die Stadt habe geantwortet, dass "bei den bisherigen emotional geführten Diskussionen eine Versachlichung nicht akzeptiert" werde. Er findet diese Haltung schwierig: "Exakt diese Art der Bevormundung scheint mir eine der wesentlichen Ursachen für die zunehmende Entfremdung von Bürgern und Politikern zu sein", sagt er.

"Ich denke, dass vielen Bürgern angesichts fehlender Informationen nichts anderes übrig bleibt, als emotional zu reagieren." Und es sei Aufgabe der Politik, auch "emotionale Reaktionen von Bürgern auf ihren sachlichen Aspekt zurückzuführen und angemessen darauf zu reagieren". Es sei die Aufgabe von Politikern, mit Informationen und Argumenten für die eigenen Positionen zu werben. "Und der Bürger entscheidet dann, wer aus seiner Sicht die besseren Argumente hat."

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