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Freche Stoffe im Wietersschen Haus

Pattensen Freche Stoffe im Wietersschen Haus

Einen unterhaltsamen Abend erlebten rund 20 Freunde des gepflegt formulierten Wortes am Freitag im Wietersschen Haus in der Steinstraße. Geschäftsinhaberin Angela Kapfer hatte die Springer Autoren Harald Peter Malz und Karlfried Rose zur Lesung eigener Texte eingeladen.

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Rund 20 Zuhörer lauschen den humorigen und besinnlichen Texten, die Harald Peter Malz (links) und Karlfried Rose am Tisch sitzend vortragen.

Quelle: Torsten Lippelt

Pattensen. Unter dem Titel „Freche Stoffe – starke Stücke“ unterhielten die beiden Mitglieder der Ende 2015 gegründeten Springer Literatengruppe Wortart dabei mit feinsinnigen Geschichten und Gedichten. In gekonnten Reimen ließ Karlfried Rose zwischendurch humorig aufklingen, warum er sich als Literat und nicht als Dichter sieht: Er arbeite ja nicht - wie ein Handwerker - mit Kitt oder Fasern, sondern mit Worten.

Das Spektrum seines Könnens unterstrich er eindrucksvoll, indem er nach den Versen eine Anekdote über Arztbesuche und ihre – vor allem für den älteren Teil der Menschheit – immense Bedeutung angesichts des dort ausgetauschten Dorfklatsch und Tratsch habe. Still wurde es dann bei einer ernsten Geschichte um die Kündigung, die ein Chef für seinen bei ihm angestellten Freund ausspricht – und von der er vorher bereits als Henker einer mittelalterlichen Hinrichtung geträumt hat.

Harald Peter Malz zeichnete sich in seinen Geschichten mit hintergründigem Humor dadurch aus, das er aus einem einzelnen Wort oder einer kleinen Beobachtung seine Textideen erschließt. So wird aus der – verkrampft leisen - Suche einer Opernbesucherin nach einem Hustenbonbon gegen den Juckreiz im Hals ein eigenes kleines Klangpotpourri, vom Klacken des Verschlusses ihrer Handtasche über das Klimpern der versehentlich berührten Autoschlüssel bis hin zum Knistern der Tüte und der Verpackung beim Aufreißen während des zarten Flötensolos des Orchesters.

„Meine Frau Gabi hatte auf einer Radtour das Wieterssche Haus mit seinen Angeboten entdeckt. Da bin ich dann selbst vor zwei Monaten hin und habe gefragt, ob wir hier nicht auch mal lesen dürfen“, erläuterte Karlfried Rose das Zustandekommen des Kontaktes mit Angela Kapfer, die dort das Geschäft Kunst & Genuss betreibt.

Von Torsten Lippelt

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