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Gastronom zahlt keine Sozialabgaben für Koch

Pattensen / Springe Gastronom zahlt keine Sozialabgaben für Koch

Die Anklage klang bedrohlich: Mehr als ein Jahr lang soll ein Pattenser Gastronom für seinen angestellten Koch keine oder nur unzureichende Sozialversicherungsbeiträge bezahlt haben.

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Das Amtsgericht Springe. (Symbolbild)

Quelle: Andreas Zimmer

Pattensen / Springe. Den Sozialkassen wäre dadurch ein Schaden von rund 14 200 Euro entstanden. Doch nach der Verhandlung vor dem Springer Amtsgericht war für Richterin Mandy Urbschat klar: Der 49-jährige Pattenser hat seinen Angestellten lediglich drei Monate Ende 2013 und Anfang 2014 nicht angemeldet. Dafür verurteilte das Gericht den Mann zu einer Geldstrafe von 800 Euro.

„Ich war einfach schusselig“, begründete der Angeklagte, warum er seinen Koch in dieser Zeit nicht sozialversicherungspflichtig angemeldet hatte. An seinem 34-jährigen Koch, zugleich Küchenchef des Restaurants, ließ er indes kein gutes Haar. Der sei oft gar nicht zur Arbeit gekommen, manchmal habe er heulend auf dem Küchenboden gesessen.

„Keiner hat mir so viel Schaden zugefügt wie dieser Mann“, rief er impulsiv. „Aber wissen Sie, wie schwierig es ist, einen Koch zu bekommen“, fragte er in Richtung Richtertisch. Deshalb habe er seinen Angestellter, als der eine Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA absitzen musste, auch als sogenannten Freigänger beschäftigt. Nur die Nächte musste er hinter Gittern verbringen.

Gänzlich anders stellte der Koch in seiner Zeugenaussage sein Arbeitsverhalten dar. Bis auf drei Tage sei er regelmäßig an seinem Arbeitsplatz erschienen, er habe nie gefehlt, beteuerte der Mann. Zwar habe es einen Streit mit dem Chef gegeben, als seine Krankenkasse sich wegen nicht gezahlter Arbeitgeberbeiträge bei ihm gemeldet habe. „Da war ich schon sauer“, erklärte er. Dennoch will er auch nach den Auseinandersetzungen mit seinem Chef ganz regelmäßig am Herd gestanden haben.

Dass aber glaubte ihm das Gericht aber nicht. Denn ein Kollege des Kochs konnte sich noch gut erinnern, dass der 34-Jährige nach den Streitereien mit dem Angeklagten gar nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen sei.
Dennoch habe es der Angeklagte versäumt, seinen Koch von Dezember 2013 bis Februar 2014 ordnungsgemäß anzumelden, sagte Richterin Urbschat.

Den Schaden, der den Sozialversicherungskassen am Ende durch die versäumten Anmeldungen des Koch entstanden sind, bezifferte eine Inspektorin vor Gericht mit rund 1800 Euro. Der Angeklagte zeigte sich reuig: „Ich sitze hier wie ein Dussel, weil Sie Recht haben“, sagte er zu Richterin Urbschat.

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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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