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Gastronomen schmeckt die Vollsperrung nicht

Pattensen-Mitte Gastronomen schmeckt die Vollsperrung nicht

Gastronomen und Einzelhändler am Marktplatz in Pattensen müssen mit Baulärm und Vollsperrung zurecht kommen. Die fehlenden Parkplätze und die Umwege für Kunden und Gäste machen ihnen Probleme.

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Wer von den Stufen des Ratskellers aus auf das gesperrte Straßenstück schaut, auf den wirkt es eher wie ein Lagerplatz für Maschinen und Sand.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen-Mitte. Besonders frustrierend findet es Klaus-Peter Hansen von Fernseh-Hansen, dass er von der Stadt keine Informationen bekomme, wie es weiter geht. Wann wird die Vollsperrung aufgehoben? Und kommt dann gleich die nächste Vollsperrung, weil die Dammstraße umgestaltet wird? "Es nimmt kein Ende."

Nach Auskunft von Stadtsprecherin Renate Riedel soll die Dammstraße Ende Juli wieder frei sein. Dann soll "zeitnah" der Umbau der Dammstraße folgen. Die Arbeiten seien aber noch nicht ausgeschrieben. Vermutlich würden sie im Herbst beginnen. Auch dann sei eine Vollsperrung notwendig.

Immer wieder kam bei Anwohnern und auch Besuchern die Frage auf, ob die derzeitige Vollsperrung wirklich notwendig sei. Der gesperrt Abschnitt wirkte mehr wie ein Lagerplatz für Baumaschinen und Sand. Möglicher Weise, so Beobachter, hätte man doch zumindest eine Spur offen lassen können. Dies werde bei der Stadterwaltung anders gesehen, sagte Riedel. An der Straße würden nach und Hausanschlüsse gelegt, die Leitungen folgen. "Irgendwann muss man der Firma auch die Möglichkeit geben, in Ruhe zu arbeiten."

Für die Betreiber des Café Anno und der Gaststätte Ratskeller waren die vergangenen Monate auch kein Vergnügen. Der Anno-Betreiber Marc Kretzschmar berichtet, dass es wegen der eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten eine große Mehrbelastung für die Mitarbeiter im Catering und Lieferdienst gibt. Außerdem sei seit der Vollsperrung die Nachfrage nach dem Mittagstisch um 60 Prozent gesunken. Die Gäste hätten in ihrer eng bemessenen Mittagspause keine Zeit, lange nach einem Parkplatz zu suchen.

Angesichts des schönen Wetters trifft es das Anno zusätzlich, dass die Außenplätze auf dem Marktplatz nicht zur Verfügung stehen. Die Pacht an die Stadt ist ausgesetzt, bis auf dem neuen Marktplatz wieder Tische und Stühle stehen können. Kretzschmar gefällt der neue Marktplatz: "Schön wird der, mit den blühenden Bäumen und den Hecken. Das wird ein lauschiges Plätzchen", sagt er. Er sei optimistisch im Hinblick auf die Entwicklung der Innenstadt. "Wir haben gerade wenig Leerstand in der Altstadt. Nur eine Post, die wünsche ich mir noch."

Susanne Behm und ihr Mann Andreas Behm stehen mit der von ihnen geführten Gaststätte Ratskeller am Marktplatz direkt in der Mitte des Geschehens. Der Ratskeller sei in Gastro-Gutschein-Heften verzeichnet, so dass auch viele Auswärtige kommen. "Gefunden hat uns letztlich jeder", meint Susanne Behm. Bei größeren Gesellschaften bittet sie die Veranstalter, ihre Gäste vorher auf die Zufahrts- und Parkmöglichkeiten hinzuweisen. Lärm und Dreck von der Baustelle seien nicht "geschäftsfördernd", sagt Behm, aber das Ende sei ja nun absehbar.

Schlimmer getroffen habe den Betrieb das Gerücht, der Ratskeller werde verkauft. "Da wurden zwei Veranstaltungen abgesagt, weil die Kunden glaubten, uns gibt es nicht mehr lange", sagt Susanne Behm. Die Stadt habe schon vor Jahren angekündigt, dass der Ratskeller verkauft werden soll, um die Stadtkasse zu entlasten. Aber es habe sich in all der Zeit noch kein Käufer gefunden, sagt Behm. Außerdem hätten sie als Betreiber "einen sehr langfristigen Vertrag" mit der Stadt und daran würde auch ein neuer Besitzer nichts ändern.

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