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Haft für Tankstellen-Räuber

Pattensen/Gehrden/Wennigsen Haft für Tankstellen-Räuber

Für den Überfall auf drei Tankstellen in Pattensen, Gehrden und Wennigsen hat das Landgericht Hannover einen 22-Jährigen am Donnerstag zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Richterin Monika Thiele blieb unter der Forderung der Staatsanwältin von sechs Jahren und der des Rechtsanwalts von fünf Jahren.

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Das Landgericht Hannover hat einen 22-Jährigen verurteilt. Er hat drei Tankstellen überfallen.

Quelle: Symbolbild

Pattensen. Er spricht ruhig, langsam und höflich. Er hatte Geldnot, sagt der 22-Jährige, der in Gehrden aufgewachsen ist, in seiner Aussage vor dem Landgericht. Nach der Trennung seiner Eltern Anfang 2014 habe er sich eine eigene Wohnung finanzieren wollen. Das sei mit seinem Job als Kfz-Mechatroniker auch möglich gewesen. Doch dann habe sein Chef ihm gekündigt, weil er so langsam gearbeitet habe und häufiger zu spät gekommen sei. „Ich habe zu der Zeit ziemlich viel gekifft“, gibt der Gehrdener zu. Er habe sich dann einmal Geld von seiner Mutter geliehen und einmal von seinem Vater. Ein drittes Mal wollte er nicht fragen.

Auch zum Arbeitsamt wollte er nicht gehen. So verübte er Anfang Januar drei Überfälle auf Tankstellen innerhalb von zehn Tagen: Er suchte die Tankstelle an der Göttinger Straße in Pattensen heim sowie eine Tankstelle in Leveste und eine in Wennigsen. Dort stürmte er jeweils mit einer Sturmhaube auf dem Kopf und einer nicht geladenen Softairpistole hinein und forderte die Mitarbeiter auf, ihm das Scheingeld auszuhändigen. Insgesamt erbeutete er 1900 Euro.

Alle drei Opfer sagten vor dem Landgericht aus. Ihre Reaktionen auf die Überfälle waren sehr unterschiedlich. Während die 21-jährige Studentin, die in Pattensen hinter dem Tresen stand, nur „zweimal schlecht geschlafen“ hat, hat der 18-jährige Schüler, der in der Tankstelle in Wennigsen arbeitete, wiederkehrende Panikattacken und wird psychologisch betreut. Seinen Job in der Tankstelle musste er aufgeben.

Eine schwere räuberische Erpressung wird in Deutschland mit mindestens drei Jahren bestraft. Dennoch spricht die Richterin eine Gesamtstrafe aus, die unter den Forderungen der Staatsanwältin und sogar der des Rechtsanwalts bleibt: eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Die Richterin ermahnt den Täter, sein Leben in die Hand zu nehmen und sich nicht in Drogen zu flüchten. „Die intellektuellen Fähigkeiten haben Sie“, sagt sie zu dem nicht vorbestraften Gehrdener. Dieser hatte sich in der Verhandlung bei allen drei Opfern entschuldigt.

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