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Jagd auf Graugänse auch in der Schonzeit?

Pattensen Jagd auf Graugänse auch in der Schonzeit?

Die zunehmende Vermehrung der Graugänse bereitet den hiesigen Landwirten Sorgen. Sie fressen die Ernte auf den Äckern leer und verursachen Schäden von mehreren tausend Euro. Landwirtin Anne Fuhrberg fordert jetzt, die Jagd auch auf die Schonzeit in den Monaten April und Mai auszudehnen.

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Graugänse verursachen auf landwirtschaftlichen Flächen immense Schäden.

Pattensen. Der Koldinger Hans Heinrich Schnehage ist nur ein Landwirt von vielen, die unter der zunehmenden Population der Graugänse leiden. "Langfristig muss eine Lösung gefunden werden", sagt er. Ein paar harte Winter würden möglicherweise schon zu einer Entlastung führen. "Doch ob es die in den kommenden Jahren geben wird, ist fraglich."

Die Landwirtin Anne Fuhrberg aus Hildesheim hat deshalb eine Petition beim Niedersächsischen Landtag eingereicht, die auch Pattenser Landwirte unterschrieben haben. Sie fordert unter anderem, dass Gänse während der Schonzeit gejagt werden dürfen. Fuhrberg verweist auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Nordrhein-Westfalen aus diesem Jahr, nach dem die Schonzeit aufgehoben werden darf, wenn "übermäßige Wildschäden" sonst nicht zu vermeiden sind. Die Landwirtin hofft, dass das Urteil auch eine Signalwirkung für Niedersachsen haben wird.

"Wenn die Jagd nur zwei bis drei Tage erlaubt wird, reicht das möglicherweise schon. Schon der Abschuss einer einzigen Gans hat einen erheblichen Vertreibungseffekt", sagt sie. Die Jagd solle sich auf die nicht brütenden Tiere beschränken. "Es geht uns nicht darum, die Graugänse auszurotten. Wir wollen nur den Bestand etwas reduzieren."

Der Naturschutzbund Niedersachsen sieht das anders. Die Jagd auf Gänse entspreche nicht dem EU-Recht, und der Bestand lasse sich dadurch nicht erfolgreich reduzieren. Zudem fliegen sie mehr, wenn sie beschossen werden. Durch den erhöhten Energieverbrauch müssten sie dann sogar noch mehr fressen.

Unterstützung bekommen die Landwirte von dem FDP-Landtagsabgeordneten Hermann Grupe. "Der Bestand der Wildgänse hat sich in wenigen Jahren vervielfacht. Jetzt können wir noch etwas unternehmen, bevor das Problem ausufert", sagt er. Der Vorsitzende des Landesausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung will sich dafür einsetzen, dass überparteilich nach einer langfristigen Lösung gesucht wird. "Bisher gibt es für die Schäden durch Gänse auch keinen finanziellen Ausgleich."

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