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Fahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Schulenburg Fahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Ein Überholmanöver auf der Bundesstraße 3 bei Schulenburg in Höhe der Abzweigung Adensen hat im Februar 2015 ein Menschenleben gekostet. Der 48-jährige Fahrer, der den Unfall verursachte, musste sich am Donnerstag vor dem Springer Amtsgericht verantworten.

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Das Amtsgericht Springe. (Symbolbild)

Quelle: Andreas Zimmer

Schulenburg. Richterin Mandy Urbschat verurteilte den Mann aus Eschershausen (Landkreis Holzminden) wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro.

Warum ist der Angeklagte aus Richtung Pattensen kommend auf die linke Überholspur gezogen, obgleich sich die B3 schon wenig später dreispurig erweitert? Diese Frage konnten der 48-Jährige im Gerichtssaal nicht beantworten. Erinnern konnte er sich nach eigenen Angaben lediglich daran, dass er vom Nachtdienst kommend in Richtung Elze unterwegs gewesen war, als sich die Kollision gegen 8.30 Uhr am 2. Februar 2015 ereignete. Erst im Krankenhaus habe er wieder Erinnerungsvermögen, sagte der Mann, der sich unter anderem einen Kreuzbeinbruch zuzog.

Der Fahrer eines Fords, mit dem der Angeklagte frontal zusammen stieß, überlebte den Unfall nicht. Er zog sich schwerste Kopfverletzungen zu und verstarb noch am Unfallort. Der 36-jährige, der in Adensen (Landkreis Hildesheim) zu Hause war, hinterlässt eine Ehefrau und eine kleine Tochter. Die Kleine frage jeden Tag, wann ihr Papa komme, erklärte der Verteidiger der Witwe, die als Nebenklägerin auftrat und sich während des zweieinhalbstündigen Prozesses immer wieder die Tränen abtupfen musste.

Die Nebenklage hatte kurzfristig erwogen, den 48-jährigen Verursacher wegen Totschlags zu verklagen, weil er bewusst überholt und damit den schweren Unfall billigend in Kauf genommen habe, zog diesen Antrag dann aber wieder zurück.

Die vier Zeugen, die jeweils hinter den kollidierenden Autos unterwegs waren, machten teils widersprüchliche Angaben, wie der Angeklagte ausgeschert sei. Eine 53-jährige Elzerin erklärte, das entgegenkommende Auto sei ganz plötzlich ausgeschert. Ein Arnumer, der zwei Autos hinter dem Verursacher fuhr, berichtete hingegen, der Passat sei längere Zeit zunächst leicht ausgeschert, als wolle er den Gegenverkehr sondieren. Erst dann sei er aktiv auf die Gegenfahrbahn gewechselt.

Nach dem Zusammeprall war das Auto des Opfers auf die Leitplanke geschleudert worden, der Passat des 48-Jährigen hatte sich gedreht und war dann mit einem direkt hinter ihm fahrenden Auto zusammengeprallt. Der 47-jährige Elzer in diesem Fahrzeug erlitt Schnittverletzungen. Er habe das Unglück schon kommen sehen, als der Passat ausscherte und sofort gebremst, berichtete der Elzer.

Zu schnell unterwegs war der Angeklagte auf der B3, wo an diesem Bereich 70 Stundenkilometer erlaubt sind, laut Sachverständigem nicht. Er hatte maximal 76 Stundenkilometer auf dem Tacho stehen. Auch war der Mann, der sich bisher weder strafrechtlich noch bei der Verkehrsbehörde etwas zu Schulden kommen ließ, nicht betrunken oder anderweitig betäubt. Ein sogenanntes Augenblicksversagen könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Richterin Urbschat in ihrer Urteilsbegründung. Einen Voratz sah sie in dem Überholmanöver nicht.

Seinen Führerschein, den der Angeklagte nach dem Unfall abgeben musste, bekommt er nun wieder. Seine Arbeitsstelle hat er jedoch – auch wegen einer psychischen Erkrankung in Folge des Unfalls - verloren. Bei der Witwe entschuldigte sich der Mann zu Beginn des Prozesses.

Der Fahrer des Ford, dessen Wagen an der Schutzplanke der B3 bei Schulenburg hängen bleibt, stirbt noch am Unfallort.

Der Fahrer des Ford, dessen Wagen an der Schutzplanke der B3 bei Schulenburg hängen bleibt, stirbt noch am Unfallort.

Quelle: Dillenberg
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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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