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Namibischer Pädagoge besucht die KGS

Pattensen-Mitte Namibischer Pädagoge besucht die KGS

Schnalzlaute, Pferd als kulinarisches Gericht und ständig Sonne: Der Pädagoge Jan Rooi aus Namibia hat an der KGS Pattensen die zum Teil erheblichen Unterschiede zwischen seiner und der deutschen Kultur dargestellt. An Deutschland mag er ganz besonders "das regnerische und bewölkte Wetter".

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Jan Rooi führt den Schülern der KGS Pattensen Tänze aus seiner Heimat vor.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. Schon die sprachlichen Unterschiede sind groß. Wenn der 32-Jährige Jan Rooi in seiner Heimatsprache Khoekhoegowab spricht, sind es für deutsche Ohren nicht nur fremde Wörter, es sind fremde Laute. Rooi schnalzte mehrfach mit der Zunge und zeigte, dass auch Schnalzer viele unterschiedliche Betonungen haben können. Die Schüler aus dem zehnten Jahrgang der KGS Pattensen versuchten, es Rooi nachzumachen, doch einfach ist das nicht. Rooi spricht allerdings auch fließend Englisch.

Der Namibier hat innerhalb eines Austauschprogramms der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJA) erstmals Deutschland besucht. In der Zeit hat er in einem Kindergarten in Hannover-Linden hospitiert und auch einige Tage an der KGS Pattensen verbracht. Rooi lobte besonders das deutsche Wetter. "In meiner Heimat scheint immer nur die Sonne", sagte er. Sein Eindruck von den Deutschen: "Sie sind ständig beschäftigt, haben nie Zeit." Positiv hob er hervor, dass Deutsche in der Kommunikation immer sehr direkt seien und schnell auf den Punkt kommen.

Die KGS-Schüler stellten Rooi zahlreiche Fragen, unter anderem zum Schulleben in Namibia. Der Pädagoge sagte, dass die Anfahrtswege der Schüler häufig sehr lang seien. In den stadtnahen Schulen gebe es Strom und auch Computer. Doch auf dem Land sei dies nicht so. "Dort ist es manchmal dann auch sehr langweilig. Es gibt genug Zeit, zum Bücherlesen oder Wäsche waschen", sagte Rooi augenzwinkernd. Viele Kinder und Jugendliche vertrieben sich die Zeit auch mit Sport. Bei den Jungen sei Fußball sehr beliebt, bei den Mädchen ein Spiel, das dem deutschen "Ball über die Schnur" ähnelt. 

Weitere Fragen der Schüler bezogen sich auf das Essen oder auch die Kriminalität. Rooi sagte, dass er sich darauf freue, wieder Affe oder auch Pferd essen zu können, wenn er zu Hause sei. Die Kriminalität in seinen Land sei höher als in Deutschland, es gebe etwa mehr Morde und Vergewaltigungen. Zum Abschluss seines Aufenthaltes an der KGS wurde es aber wieder fröhlicher und Rooi führte traditionelle Tänze aus seiner Heimat vor.

Während seines dreiwöchigen Aufenthalts in Deutschland wurde Rooi von der KGS-Lehrerin Sarah Fleßner betreut. "Ein Projekt an unserer Schule ist die Umsetzung des UN-Nachhaltigkeitsziels 4 - qualitativ hochwertige Bildung für alle", sagte sie. Deshalb habe sie sich bei der DAJA um diesen Austausch beworben. Im nächsten Jahr wird sie im Gegenzug Rooi drei Wochen in seiner Heimat besuchen.

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Jan Rooi erläutert den Aufbau seiner Muttersprache khoekhoegowab.

Quelle: Tobias Lehmann
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