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E-Sportler spielen weltweit Risiko in Echtzeit

Pattensen E-Sportler spielen weltweit Risiko in Echtzeit

Internationale Sportwettkämpfe gibt es derzeit auch fernab von Fußballfeldern: In Pattensen haben sich am Wochenende sechs Männer aus Deutschland und der Schweiz getroffen, um der Welt zu zeigen, dass sie zu den besten Spielern des Online-Games Galcon gehören.

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Begeisterte E-Sport-Spieler aus ganz Deutschland und der Schweiz treffen sich in Pattensen, um online gegen andere internationale Teams bei dem Spiel Raumschiff-Planeten-Spiel Galcon anzutreten (von links): Oliver Langbein, der Pattenser Markus "Mafel" Fleischer, Klaus Angermeier, Jonas Richmer, Jörg Furrmaneck und Jonathan Ahrens.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. Mit dem Begriff E-Sports wird der sportliche Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen bezeichnet. Ein großer Anhänger davon ist der Pattenser Markus Fleischer. Er misst sich seit Jahren mit Gegnern auf der ganzen Welt in dem Online-Spiel Galcon. Dieses Wochenende hatte er sich weitere Spieler aus Deutschland und der Schweiz eingeladen, um im Team gegen Spieler aus den USA, Neuseeland oder auch Korea anzutreten. "Dieses Spiel lässt sich gut alleine spielen. Doch im Chat lernt man sich häufig auch privat kennen", sagt er.

Erstmals haben sich die Online-Spieler im vergangenen Jahr persönlich getroffen. "Das war sehr aufregend. Bis dahin kannten wir uns nur unter unseren Spielernamen und wussten nicht, was uns erwartet", sagt Jörg Furmaneck aus Stuttgart. Sein Spielername lautet Joergfu. Der von Fleischer Mafel. "Manchmal reden wir uns aus Gewohnheit auch jetzt noch mit unseren Spielernamen an", sagt Klaus Angermeier aus Würzburg. 

Die 23 bis 49 Jahre alten Männer spielen bereits seit Jahren Galcon und gehören wohl zu den besten der Welt. "Zumindest wird uns immer wieder gerne vorgeworfen, dass wir schummeln. Das ist aber nicht der Fall", sagt Fleischer. Bis zu 2000 Menschen messen sich täglich in dem kostenlosen Strategiespiel. 

Im Kern geht es darum, dass jeder Spieler eine Anzahl von Planeten mit einer bestimmten Menge von Raumschiffen hat. Damit greift er die anderen Planeten an. Wer am Ende alle Planeten eingenommen hat, gewinnt. "Es ist ein wenig wie das Brettspiel Risiko in Echtzeit", sagt Jonathan Ahrens aus Zeven. Der Dortmunder Oliver Langbein bezeichnet es als Mischung aus "Darts, Curling und Schach."

Entwickelt hat das Spiel vor rund 15 Jahren der Amerikaner Phil Hassey. "Wir haben bei unserem ersten Treffen im vergangenen Jahr mit ihm per Skype kommuniziert. Das war eine tolle Erfahrung", sagt Angermeier. Hassey hat sogar Anregungen des Teams in sein Spiel übernommen. So hat zum Beispiel der Schweizer Jonas Richmer eine spezielle Variante vorgeschlagen, die jetzt sehr beliebt bei den Spielern ist. 

Die meisten Galcon-Spieler stammen aus den USA. Wegen des Zeitunterschieds haben die Team-Mitglieder in Pattensen deshalb auch immer bis weit in die Nacht gespielt. Dabei gewährten sie ihren Mitspielern sogar einen kleinen Vorteil. Sie ließen sich per Live-Stream im Netz beobachten. "Unsere Gegner können uns sehen und hören. Doch die wenigsten sprechen Deutsch", sagt Fleischer. Allerdings fallen nicht selten auch in Pattensen amerikanische Schimpfwörter, wenn eine Aktion nicht geklappt hat. "Es ist ein Spiel, an dem man auch emotional beteiligt ist. Meine Mitspieler merken an meiner Spielweise zum Beispiel durchaus, ob ich gerade einen guten oder einen schlechten Tag hatte", sagt Angermeier. 

Nach zwei Tagen intensiven Spielens sind die Online-Strategen wieder in ihre Heimatorte zurück gekehrt. Darüber dürfte sich auch die Lebensgefährtin von Fleischer gefreut haben, die sich für das Wochenende ausquartiert hatte. "Sie wollte uns Männern nicht beim Spielen zuzuschauen", sagt Fleischer augenzwinkernd

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