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Flüchtlinge lernen Deutsch

Koldingen Flüchtlinge lernen Deutsch

Ich heiße, du heißt – die Grammatik hat ihre Tücken. An mehreren Orten in Pattensen helfen Ehrenamtliche den Flüchtlingen beim Deutschlernen. Ein Unterrichtsbesuch in Koldingen.

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Setzen die Karte von Europa zusammen: Andrea Eibs-Lüpcke (von vorn rechts gegen den Uhrzeigersinn), Adrian, Kati, Eva (15), Vera, Liviu und Lehrerin Dorit Schnehage.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen. Es ist wie in jeder Unterrichtsstunde: Die Schüler sagen einander vor. Und wenn Lehrerin Andrea Eibs-Lüpcke sie etwas fragt, geben sie Ein-Wort-Antworten, statt in ganzen Sätzen zu sprechen. Allerdings lernen in dieser Gruppe Menschen von 15, 32 und 48 Jahren gemeinsam: Es sind Flüchtlinge aus Rumänien, die in Koldingen leben und einmal in der Woche von Ehrenamtlichen Deutschunterricht bekommen.

Auch in Pattensen, Schulenburg, Jeinsen und Hüpede haben sich Ehrenamtliche gefunden. In Koldingen hat der Unterricht schon im Februar im Gemeinderaum der Koldinger Kapelle begonnen - vor der Gründung des Netzwerks für Flüchtlinge. Eibs-Lüpcke, die schon zuvor Deutsch als Fremdsprache unterrichtet hat, und Dorit Schnehage betreuen die Jugendlichen und Erwachsenen; Monika Schmalkuche kümmert sich um die Kinder und versucht, mit ihnen beim Bildermalen ins (deutsche) Gespräch zu kommen.

Die älteren Schüler sollen auf einer Karte von Europa die Staaten und die Hauptstädte zuordnen. Da zeigt sich der Unterschied zum herkömmlichen Unterricht: An geografischem Wissen mangelt es Kati, ihrem Mann Adrian und der Tochter Eva nicht. Sie sollen es aber nicht nur in ihre Karte einzeichnen, sondern auch auf Deutsch sagen: „Die Hauptstadt von Österreich ist Wien.“ „Vienna“, flüstert Eva leise. „Bei uns läuft viel über Deutsch, Englisch und Italienisch - und über zeigen“, sagt Eibs-Lüpcke lächelnd. Eine besondere Herausforderung sind Flüchtlinge aus Ländern wie dem Irak, von denen einige erst die lateinischen Schriftzeichen lernen müssen. Auch das packen die ehrenamtlichen Lehrerinnen unverzagt an.

Es wird viel gelacht, wenn etwa Liviu fehlerfrei sagt: „Ich heiße Liviu“, dann aber das Verb nicht beugen kann, um zu fragen: „Und wie heißt du?“ Bemerkenswert ist, mit welchem Eifer diese Gruppe lernen will. Und zwischendurch wird noch Bett- und Babywäsche übergeben, die Vera einer neuen Familie bringen will.

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