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Hanfplantage kurz vor Ernte aufgeflogen

Pattensen Hanfplantage kurz vor Ernte aufgeflogen

Es sollten reiche Erträge werden. Doch bevor ein 33-jähriger Pattenser die Ernte seiner Indoor-Plantage mit Cannabis-Pflanzen einbringen konnte, kam ihm die Polizei auf die Schliche. Der Mann wurde im Springer Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

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Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Springe wird erneut aufgerollt.

Quelle: Symbolbild

Pattensen. „Es war eine Schnapsidee“, bekannte der Angeklagte. Aus einer finanziellen Notlage heraus habe er sich durch den Cannabis-Anbau Einnahmen verschaffen wollen. Ein Jahr lang habe er geplant, wie er die Plantage im elterlichen Haus in einem Ortsteil von Pattensen anlegen wollte. Das Haus bewohnte er damals allein. Er beschaffte sich die notwendige Ausrüstung. „Peu à peu, ich hatte ja nicht viel Geld“, erklärte der 33-Jährige. Sein Ausrüster jedoch war bereits ins Visier der Polizei geraten. Und so führte die Spur die Ermittler auch vor das Elternhaus des Angeklagten.

Der typische Geruch sei schon von außen wahrzunehmen gewesen, erklärte ein Ermittler. Im Haus stießen die Beamten auf rund 100 Cannabis-Pflanzen und eine professionell ausgestattete Anlage. „Da wusste einer, was er tat“, fasste es ein Beamter zusammen. Von der Elektrik bis hin zu der Bewässerungsanlage hatte der Angeklagte seine Plantage alles andere als laienhaft ausgestattet. Die Wände seien mit Silberpapier ausgekleidet gewesen. Dort sicherten die Kriminaltechniker durch eine spezielle Bedampfung Spuren - und fanden neben Hand- und Fingerabdrücken auch Fußabdrücke an der Zimmerdecke. Die seien natürlich vor dem Anbringen auf das Silberpapier geraten, sagte ein Kriminaltechniker vor Gericht.

Laut Gutachten hätten die jungen Pflanzen des Angeklagten bei angenommenen drei Ernten pro Jahr rund 720 Gramm an konsumfähigem Material ergeben. Tatsächlich jedoch ergaben die jungen Pflanzen nur knapp 15 Gramm THC. Und hier setzte der Verteidiger an: Die Pflanzen seien nicht in die Vermarktung gelangt, die Volksgesundheit damit zu keiner Zeit gefährdet gewesen, plädierte der Anwalt für eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Doch nach Auffassung des Schöffengerichts unter Vorsitz von Richterin Tanja Künnemann hatte der Angeklagte die Plantage eben zu jenem Zweck angelegt. Und nach Überzeugung des Gerichts wusste der junge Mann auch ganz genau, was er tat. Schließlich hat er wegen Cannabis-Anbaus schon einmal eine lange Freiheitsstrafe verbüßen müssen.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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