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Notunterkünfte sollen in Turnhallen

Pattensen-Mitte Notunterkünfte sollen in Turnhallen

Ab Januar wird die Stadt Pattensen Notunterkünfte für Flüchtlinge in Turnhallen einrichten. Das teilte Stadtsprecherin Andrea Steding am Dienstag mit. Dies werde keine kurzfristige Lösung sein. Die Turnhallen werden für Monate belegt. Für die Dauer der Belegung wird zudem ein Sicherheitsdienst engagiert.

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Quelle: dpa / Symbolbild

Pattensen-Mitte. „Wir haben es lange Zeit hinausgezögert. Doch jetzt gibt es keine andere Möglichkeit mehr, als auf Notunterkünfte auszuweichen“, sagte Fachbereichsleiter Jörg Laszinski. Das Land hat die Stadt unterrichtet, dass der Verteilungsschlüssel für die Flüchtlinge erneut erhöht wurde. Statt 2500 Flüchtlinge werden jetzt pro Woche 3500 Flüchtlinge an die Kommunen in Niedersachsen verteilt. Diese Steigerung um rund 40 Prozent bedeutet für Pattensen, dass pro Woche nicht mehr zehn, sondern 14 bis 15 Flüchtlinge in die Stadt kommen.

Ab Januar sollen deshalb Notunterkünfte in Turnhallen eingerichtet werden. Welche Turnhallen betroffen sein werden, steht zurzeit noch nicht fest. Sie werden benötigt, bis die ersten Sammelunterkünfte in Pattensen zur Verfügung stehen. Das wird jedoch nicht vor Sommer 2016 der Fall sein. Die Stadt wird die Betroffenen wie Lehrer, Eltern, Kinder und Vertreter von Sportvereinen informieren. „Sport ist wichtig. Doch die Unterbringung der Flüchtlinge in trockenen Häusern ist wichtiger“, sagte Steding. Zelte seien keine Alternative. Die Stadtsprecherin weist darauf hin, dass es kein Hotel sein wird. Die Flüchtlinge müssen sich an eine Hausordnung halten, welche eine Besuchsregelung enthält und auch die Zeiten, in denen Nachtruhe gilt.

Die Stadt wird einen Sicherheitsdienst engagieren. Diese Security-Mitarbeiter sollen als eine Art Hausmeister vor Ort agieren, die zu-
gleich Ansprechpartner für akute Probleme sein werden. „Wir wollen keine schwarz gekleideten Sheriffs aufstellen“, sagte Laszinski. In den Notunterkünften werden alleinstehende Männer untergebracht, keine Familien. Das führe zu Streit und Eifersucht. Steding weist darauf hin, dass dies bei Deutschen genauso wäre. Obwohl es viele Unterschiede in der kulturellen Sozialisation gebe, seien einige Verhaltensweisen auch gleich.

„Ich sehe durch den Zuzug der Flüchtlinge eine große Chance für diese Stadt. Mit Geduld und dem Willen zur Veränderung werden wir diese Herausforderung bestehen“, sagte Steding. Außer der Unterbringung und der Integration stellen sich auch logistische Probleme für die Stadt. So sind etwa Etagenbetten immer schwerer zu akzeptablen Preisen zu bekommen. „Zur Not müssen wir das Material einzeln kaufen und die Betten selbst zusammenschrauben“, sagte Laszinski. Finanzielle Sorgen stehen für die Stadt zurzeit nicht im Vordergrund. Viele Ausgaben werden von der Region Hannover oder dem Land erstattet.

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