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Kommt die Grundschule auf den Schützenplatz?

Pattensen-Mitte Kommt die Grundschule auf den Schützenplatz?

Mehr als 100 Gäste haben die Veranstaltung über die Zukunft der Grundschule Pattensen im Ratskeller besucht. Vertreter fast aller Ratsfraktionen tauschten sich mit Lehrern und Eltern aus. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Ohlendorf nannte den Schützenplatz als möglichen Standort für einen Neubau.

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Mehr als 100 Gäste besuchen die Diskussion über die Grundschule Pattensen im Ratskeller.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. Unter den Lehrern wie auch den Eltern hat sich über die Jahre ein lähmendes Gefühl von Frustration breit gemacht. Das zeigten viele Aussagen in der mehr als dreistündigen Diskussion. Einige Lehrer wiesen darauf hin, dass schon seit mehr als zehn Jahren immer wieder über Sanierungen an der Schule gesprochen wird und diese dann doch aufgeschoben werden. Zuletzt wurde eine umfassende Sanierung für rund 9 Millionen Euro im März dieses Jahres aufgeschoben, nur einen Monat bevor das Projekt beginnen sollte. Grund waren unerwartete Kostensteigerungen.

Eine Lehrerin sagte: "Wir werden Lärm und Schmutz während der mehrjährigen Sanierungsarbeiten ertragen können, weil wir wissen, dass es danach besser wird. Doch diese seit Jahren andauernde Situation des Stillstands ist eine Katastrophe." Konrektorin Claudia Neuber schilderte die Mängel im Gebäude wie "Löcher in den Wänden, kaputte Böden, fehlender Lärmschutz." Die Aggressivität unter den Schülern wachse dadurch. Auch die Eisenwerte im Trinkwasser sind zu hoch. Schulleiter Norbert Feltin sagte, dass eine Fachkraft für Arbeitsschutz bereits 2010 in einem Gutachten auf die Mängel hingewiesen habe.

Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD) konnte nur wenig zur Beruhigung beitragen. Die Verwaltung rechnet mittlerweile mit Kosten von rund 11 Millionen Euro für das Projekt, das auch den Abriss der Turnhalle und einen Neubau an der Stelle vorsieht. "Doch ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass es dabei bleiben wird", sagte sie. Ein Bau im Bestand eines 1931 errichteten Gebäudes berge immer Überraschungen. 

Verwaltung prüft Kosten für einen Neubau

Die SPD hat mittlerweile beantragt, dass die Verwaltung auch die Kosten für einen Neubau prüfen soll. Noch 2015 hatte der Rat diese Alternative abgelehnt und für eine Sanierung gestimmt. "Da die Kosten jetzt aber gestiegen sind, erscheint es sinnvoll, auch einen Neubau in Betracht zu ziehen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Ohlendorf. In der Sitzung des Finanzausschusses Ende März hatten Vertreter von SPD und der UWG/UWJ-Gruppe angedeutet, dass sie auch bereits einen möglichen Standort im Auge haben, ohne diesen zu nennen. In der Podiumsdiskussion am Freitagabend im Ratskeller nannte Ohlendorf den Schützenplatz als geeignet. Das Grundstück gehört der Stadt bereits. Zudem liegt es in der Mitte der Kernstadt, so dass die Schüler sicher durch verkehrsberuhigte Bereiche dorthin gelangen können. 

Einig scheint sich die SPD-Fraktion in dieser Frage allerdings nicht zu sein. SPD-Ratsherr Jörg Walkowiak, der bei der Region Hannover im Fachbereich Schulen arbeitet, sagte, dass ein Neubau viel zu teuer werde. Schumann sagte, dass die Wirtschaftlichkeitsprüfung des Neubaus Anfang Mai vorliegen soll. In der Ratssitzung im Juni könne dann darüber entschieden werden. Die Verwaltung werde für die Alternative stimmen, die am wirtschaftlichsten sei. Auf die Frage von CDU-Ratsherr Georg Thomas, warum denn nicht bereits in der Ratssitzung Ende Mai darüber entschieden werden kann, antwortete Schumann nicht. Der CDU-Ratsherr sagte, dass seine Partei an der Sanierung festhalten wolle. Denn auch bei einem Neubau könne es Kostensteigerungen geben. Geklärt werden müsse zum Beispiel die Frage, ob auch in den Neubau wieder der Hort und die Stadtbibliothek integriert werden, wie das jetzt im Gebäude der Grundschule der Fall ist. "Sollte dies so sein, wird auch der Bau noch einmal teurer", sagte er. 

Thomas kritisierte zudem die Vielzahl der nicht öffentlichen Sitzungen zu diesem Thema. Das trage nicht zur Beruhigung der Lehrer und Eltern bei. Auch eine Besucherin sagte: "Dass hier nicht mit offenen Karten gespielt wird, finde ich nicht gut, Frau Schumann." Dafür bekam sie lauten Applaus. Schumann sagte, dass die Verwaltung in engem Kontakt mit der Schulleitung stehe und sie selbst auch in der Sitzung des Schulvorstands Stellung zu dem Thema genommen habe. Sie räumte allerdings ein, dass die Information über eine erneute Verschiebung der Sanierung dieses Jahr erst sehr spät öffentlich gemacht wurde.

Ein weiterer Besucher fragte, was passiert, wenn die Kommunalaufsicht einer Erhöhung der Kosten für die Sanierung nicht zustimmt. Schumann sagte: "Wenn die Priorität der Stadt auf der Sanierung der Grundschule liegt, werden wir andere Projekte in dem Fall einstampfen, um die Finanzierung sicher zu stellen." Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Jonas Soluk lud abschließend die Vertreter aller Ratsparteien zu einer interfraktionellen Sitzung ein. "Das hat dann nicht den Charakter einer offiziellen Ratssitzung, aber wir können gemeinsam besprechen, wo wir bei diesem Thema stehen, so dass wir so schnell wie möglich voran kommen", sagte er. 

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