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Ein Hollywoodstar aus Pattensen

Schauspielerin aus der Region Ein Hollywoodstar aus Pattensen

Die Pattenser Schauspielerin Julia Dordel ist in Filmen wie „The Company You Keep“ an der Seite von Robert Redford und Shia LaBeouf aufgetreten und war in "2012" von Regisseur Roland Emmerich im Kino zu sehen. Nach den eigenen Independentfilmen „Mission NinetyTwo" arbeitet sie jetzt an neuen Projekten, darunter ein Kurzfilm, der in Kairo spielt.

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Arbeiten bei allen Filmprojekten eng zusammen: Julia Dordel und Guido Tölke.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen. Die Handlung der Filme „Mission NinetyTwo - Dragonfly“ und „Mission Ninety­Two II - Energy“ ist aufregend. Forstwissenschaftlerin Sonia ist das letzte aktive Mitglied der Geheimorganisation Libelle. Aus der einst naiven Wissenschaftlerin ist eine zähe Einzelkämpferin geworden. Die wachsende Gefahr gibt Sonia die Kraft, gegen einen unsichtbaren Gegner anzutreten und in ein Wespennest aus organisierter Umweltkriminalität und Korruption zu stechen. Drehbuchautorin, Produzentin und Hauptdarstellerin des Independentfilms ist die Pattenserin Julia Dordel.

Die Biografie der Schauspielerin ist abwechslungsreich. Nachdem sie ihre Schullaufbahn in Pattensen beendet hatte, machte sie zunächst eine Banklehre. Anschließend studierte sie Forstwissenschaft und promovierte an der University of British Columbia in Kanada. Parallel modelte Dordel und besuchte Kurse mit Schwerpunkt Schauspiel. „Ich saß dann immer an den Filmsets in Vancouver und schrieb dort an meiner Dissertation“, sagt sie. Während sie kleinere Rollen in Filmen wie „2012 - Das Ende der Welt“ mit John Cusack spielte oder in der Mystery­serie „Fringe“ auftrat, reizte es sie aber auch, hinter der Kamera tätig zu werden.

Julia Dordel spielt in ihrem Filmzweiteiler "Mission NinetyTwo" die Wissenschaftlerin Sonia, die aus der Not heraus zur zähen Kämpferin wird.

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Dordel schrieb das Drehbuch zum ersten Teil der „Mission Ninety­Two“-Reihe und setzte diese zunächst als sogenannte Web­serie im Internet um. Es gab 13 Teile, die auch mehrfach prämiert wurden. „Es war damals noch die Pionierzeit der Web­serien. Das verschaffte uns größere Aufmerksamkeit“, sagt sie über die Serie, deren erste Teile 2010 gedreht wurden. Die einzelnen Folgen können auf der Internetseite libelletheseries.com kostenlos angeschaut werden.

Dordel lebte zehn Jahre in Vancouver und lernte dort auch den deutschen Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor Uwe Boll kennen. „Wir gingen immer gemeinsam am Strand mit unseren Hunden spazieren“, sagt sie. Boll bot ihr an, die Webserie als einheitlichen Film zu vertreiben und gleichzeitig noch einen zweiten Teil zu produzieren. Mittlerweile sind beide Filme nach China, Italien und Tschechien verkauft worden. Finanziell hat Dordel davon allerdings noch nicht viel. „Die Filme sind verkauft, haben aber vor Ort noch keinen Verleih gefunden. Sie werden noch nicht im Kino gezeigt“, sagt sie.

2013 kehrte Dordel in ihre Heimat zurück und gründete in Pattensen die Filmproduktionsfirma Dorcon Film. Zudem ist sie noch mit einer Viertelstelle an der Universität Hildesheim beschäftigt. „Das gibt mir ein wenig Sicherheit“, sagt sie. Ihr zur Seite steht der freie Filmschaffende Guido Tölke. „Es ist meine Produktionsfirma, doch wir arbeiten bei allen Projekten eng zusammen“, sagt Dordel. Tölke hat 2004 an der Fachhochschule Hannover sein Diplom im Fachbereich Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Film erworben. Er übernimmt bei den gemeinsamen Filmprojekten mittlerweile häufig die Regie und die Kamera.

Von Tobias Lehmann

Nächster Film soll in Kairo spielen

Julia Dordel hat zurzeit gleich mehrere Projekte in Planung. Eines davon ist der Kurzfilm „Mango“. Darin geht es um ein kleines Mädchen, das in den Achtzigerjahren in Kairo den Tod ihres Vaters verarbeiten muss. Da sie von den Erwachsenen nicht aufgefangen wird, schafft sie sich ihr eigenes kleines Universum, das sie von der Wirklichkeit abschirmt.

Das Drehbuch hat die ägyptische Filmemacherin Reem Morsi geschrieben, die darin auch einen Teil ihrer eigenen Biografie verarbeitet. Dordel hat Morsi während ihrer Zeit an den Filmsets in Vancouver kennengelernt. Das Projekt ist nominiert für den Filmförderpreis der Robert Bosch Stiftung. Gefördert werden gemeinsame Filmprojekte von Nachwuchsfilmern aus Deutschland und Arabien. Sollte „Mango“ die Jury überzeugen, bekommt das Projekt einen Zuschuss von bis zu 70.000 Euro. Hinzu kommt eine weitere Förderung der Nordmedia Film- und Mediengesellschaft in Höhe von 25.000 Euro. „Die Finanzierung muss aber zuerst stehen. Risikoprojekte wie die ,Mission NinetyTwo‘-Filme mache ich nicht mehr“, sagt Dordel. Im Falle der Realisierung würde der Film dann im nächsten Jahr auf der Berlinale Talents vorgestellt, einem Talenttreffen, das von dem renommierten Berlinale-Filmfestival initiiert wird.

In einem weiteren Projekt soll es um die nur auf Madagaskar lebenden Lemurenaffen gehen. „Ich mag Filme, die wissenschaftliche Fakten unterhaltend darbringen. Als Forstwissenschaftlerin interessiert mich dabei die Flora und Fauna besonders“, sagt Dordel.

Um eine spezielle Form von Geocaching dreht sich ein geplanter Film mit der deutschen Schauspielerin Denise M’Baye. Sie ist unter anderem durch die ARD-Serie „Um Himmels Willen“ bekannt. Dordel wird in dem Film „Glücksrezept“ M’Ba­yes Halbschwester spielen.

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