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Landwirt baut Legehennenhof in Biohaltung

Pattensen-Mitte Landwirt baut Legehennenhof in Biohaltung

In Pattensen soll der größte Legehennenhof in Biolandhaltung in der Region Hannover entstehen. Das teilte Landwirt Jobst Lütgeharm in einer öffentlichen Veranstaltung im Ratskeller mit. Die Idee, Putenmastställe zu bauen, hat seine Familie verworfen.

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Die Grafik, sie wurde am Donnerstagabend gezeigt, stellt den klassischen Tagesablauf eines Huhns dar.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. Noch vor wenigen Jahren hatte die Familie Lütgeharm geplant südlich von Pattensen-Mitte Putenmastställe zu bauen, die Platz für bis zu 20.000 Tiere bieten sollten. Das wird nicht passieren. Jetzt sind zwei Gebäude vorgesehen, in denen jeweils 6000 Legehennen untergebracht werden. Jeder Henne wird ein Raum von mindestens vier Quadratmetern zur Verfügung stehen, was eine Voraussetzung für die Zertifikation "Bio" ist.

Wie kam es zu diesem Meinungsumschwung? "Vor einem halben Jahr saßen plötzlich die Grünen bei mir im Wohnzimmer und regten zu neuen Ideen an", sagte Jobst Lütgeharm, der den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern übernehmen wird. Er habe über Monate hinweg einen engen Kontakt zu der Grünen-Landtagsabgeordneten und studierten Agrarwissenschaftlerin Regina Asendorf gehabt.

Die Pattenser Grünen hatten zu dieser Veranstaltung am Donnerstagabend eingeladen. Moderator und Ratskandidat Uwe Hammerschmidt räumte ein, dass es sich dabei auch um Wahlkampf handelt. Für detaillierte Informationen war es jedoch noch zu früh. "Wir haben noch gar keinen Bauantrag eingereicht", sagte Lütgeharm. Deshalb liege auch noch kein Zeitplan vor und auch die konkrete Größe der Ställe stehe noch nicht fest.

Insgesamt sollen den 12.000 Hennen mehr als 48.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die beiden geplanten Häuser werden ähnlich eines Doppelhauses aufgeteilt. Jeweils 3000 Hennen kommen in eine Hälfte. Die Ställe werden dort gebaut, wo auch die Putenmastställe entstehen sollten, also südlich von Pattensen-Mitte zwischen der Jeinser Straße und der Göttinger Straße. Sie werden rund 500 Meter von der Wohnbebauung entfernt liegen. Dort wird auch ein Hofladen eingerichtet, in dem künftig die Bio-Eier direkt gekauft werden können. 

Am Donnerstagabend dabei waren auch Vertreter der Bürgerinitiative (BI) gegen Massentierhaltung, die sich 2010 nach der Ankündigung geplanter Putenmastställe gegründet hatte. Wighard Dreesmann sprach Lütgeharm seinen "allerhöchsten Respekt" dafür aus, dass dieser das jahrelange Schweigen gebrochen habe und die BI zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Dennoch sei auch eine Zahl von 12.000 Tieren auf engem Raum immer noch Massentierhaltung, kritisierte er.

Die Abgeordnete Asendorf sagte, dass Tiere und Technik immer schwierig zusammen zu bringen seien. "Es muss ein Kompromiss gefunden werden, der auch wirtschaftlichen Aspekten genügt", sagte sie. Asendorf lobte den "mutigen Schritt von Lütgeharm, der für das Projekt mehr als eine Million Euro investieren muss".

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