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Ratsfraktionen fühlen sich von Eltern vorgeführt

Pattensen-Mitte Ratsfraktionen fühlen sich von Eltern vorgeführt

Die Ratsfraktionen der SPD, der Bündnisgrünen, der UWG/UWJ-Gruppe und der Freien Wähler kritisieren das Vorgehen des Schulelternrats der Grundschule. Dieser hatte ohne vorherige Absprache zu einer Podiumsdiskussion eingeladen und fordert in einem offenen Brief "die zügige Sanierung der Schule".

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Der Schulelternrat fordert eine zügige Sanierung der Grundschule Pattensen.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen-Mitte. "Wir fühlen uns vorgeführt", sagte der UWG/UWJ-Vorsitzende Dirk Meyer in einer Pressekonferenz, zu der alle Ratsfraktionen mit Ausnahme der CDU eingeladen hatten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Ohlendorf sprach gar von einem Tribunal. "Wir sind bereit, zu dem Thema zum Beispiel im Schulausschuss oder in einem persönlichen Gespräch mit Vertretern des Schulelternrats Stellung zu nehmen", sagte Ohlendorf. Auch Ratsherr Michael Dreves hält den Austausch in einer öffentlichen Podiumsdiskussion zu diesem Zeitpunkt nicht für sinnvoll. Die Freien Wähler positionierten sich bereits ganz konkret. "Wir werden an der Diskussion nicht teilnehmen", sagte Hans-Friedrich Wulkopf. Die anderen Fraktionen ließen diese Frage noch offen. 

Meyer sagte, dass zurzeit über die Finanzierung des Projekts diskutiert werde. "Das fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Eltern. Sobald es um pädagogische Angelegenheiten geht, werden sie selbstverständlich beteiligt", sagte er. Ohlendorf schloss sich dem an, räumte aber ein, dass die Transparenz noch besser werden könne. Darüber wolle er auch nochmal mit der Bürgermeisterin sprechen. "Über konkrete Kosten dürfen wir zu diesem Zeitpunkt nicht reden. Doch alles, was bekannt werden darf, sollte auch umgehend veröffentlicht werden", sagte er.

Die Sanierung der Grundschule wurde bereits 2015 beschlossen und sollte eigentlich im April dieses Jahres beginnen. Sie wurde allerdings verschoben, weil sich abzeichnete, dass die Kosten noch höher werden als die ursprünglich geplanten 9 Millionen Euro. Die SPD hat jetzt beantragt, die Sanierung auf 2018 zu verschieben. Bis dahin solle konkret geprüft werden, wie hoch die Kosten voraussichtlich werden und ob ein Neubau an einem anderen Standort nicht sogar günstiger sei. Der Bündnisgrüne Dreves unterstützt den Antrag. "Der Rat braucht Zeit bis 2018. Alles andere ist illusorisch." Meyer ergänzte, dass es auch keine Notwendigkeit gebe, noch 2017 eine Entscheidung zu treffe. Das Gebäude der Grundschule sei voll funktionstüchtig.

Die CDU nahm nicht an der Pressekonferenz teil und schließt sich der Meinung der dort vertretenen Ratsfraktionen auch nicht an. "Wir begrüßen die Initiative des Schulelternrats. Eine Podiumsdiskussion ist ein Format, das erstmals alle Beteiligten an einen Tisch bringt", teilte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jonas Soluk mit. Er sieht die Verwaltung und den Rat in einer Bringschuld gegenüber den Eltern. "Die Initiative des Schulelternrats gibt es schließlich nur, weil sich die Eltern nicht ausreichend informiert fühlen", sagte Soluk.

Offener Brief des Schulelternrats

Die Vorsitzende des Schulelternrats, Anja Biber, teilte auf Anfrage mit, dass Bürgermeisterin Ramona Schumann und die Fraktionsvorsitzenden die Vertreter des Schulelternrats für nächsten Montag zu einem Gespräch in das Rathaus eingeladen haben. Dabei soll es unter anderem um den offenen Brief gehen, den der Schulelternrat an die Verwaltung und die Ratsvertreter geschrieben hat. Darin wird kritisiert, dass die Eltern über die Gründe für die Verzögerung der Sanierung bisher nicht ausreichend informiert wurden. "Wir gehen davon aus, dass Rat und Verwaltung eine konstruktiv kritische Unterstützung dringend benötigen, um ihre eigenen Ziele in naher Zukunft umsetzen zu können. Dieser offensichtlichen Notwendigkeit kommen wir als Schulelternrat gerne nach", heißt es in dem Schreiben. 

Biber sagte, dass der Elternrat jetzt beantragt habe, Einblick in die bisherigen Unterlagen des Architekten zu bekommen. Zudem haben die Eltern 23 Fragen an die Stadt gerichtet, die sich auf Transparenz, Zeit und Kosten des Projekts beziehen. In dem Brief betont der Elternrat, dass es um die Zukunft nachfolgender Generationen wie auch die Attraktivität der Stadt gehe. Die junge Bevölkerung in Pattensen wachse stetig. "Ohne einen Ausbau öffentlicher Einrichtungen wie einer funktionierenden Grundschule können andere Maßnahmen wie neue Baugebiete nur als blanker Zynismus empfunden werden", heißt es.  

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