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Bei Windkraftplanung wenig Spielraum

Pattensen / Schulenburg Bei Windkraftplanung wenig Spielraum

Ärger und Entsetzen hat der nochmals geänderte Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) im Stadtgebiet Pattensen hervor gerufen. Auf Einladung der Stadt informierten Vertreter der Region Hannover öffentlich über die in Pattensen umstrittene Planung für Windkraftanlagen.

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Windräder, wohin das Auge schaut: Nach Meinung vieler Anwohner im Stadtgebiet von Pattensen reicht es.er

Quelle: Torsten Lippelt

Pattensen / Schulenburg. Knapp 80 Zuhörer - darunter viele Lokalpolitiker - waren am Donnerstagabend in den großen Ratskellersaal gekommen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeisterin Ramoma Schumann hatten Wolfgang Jung, Teamleiter Regionalplanung, und der Mitarbeiter Jannes Hein das Wort.

Derzeit geht die Neuauflage des RROP der Region Hannover durch die Gremien. Dabei wehren sich Anwohner und Politiker gegen die Ausweisung zusätzlicher Flächen für Windenergieanlagen - besonders in Schulenburg. Was vor allem Jung in freiem Vortrag anhand einiger Karten erläuterte, löste Ernüchterung und Frust bei vielen Zuhörern im Ratskeller aus.

Er schilderte ausführlich die Fülle der gesetzlichen Vorgaben. Demnach handelt es sich beim Bau von WEA um sogenannte privilegierte Vorhaben im Außenbereich. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  muss wegen der erwünschten Energiewende solchen Planungen "substantieller", also angemessener Raum gegeben werden.

Ein Detail, dass bei Bürgermeisterin Schumann Empörung hervor rief, war dieses: Nach Auskunft von Jung darf laut Gerichtsurteil "die Akzeptanz der Bevölkerung oder Kommune kein Kriterium" für Planung oder Bau von Windparks sein. "Das ist leider so", sagte Jung.

Der eigentlich zur Erweiterung vorgesehene Windpark Pattensen-Sarstedt müsse entfallen, erläuterte Jung, weil dort "ein landesweit bedeutsames Gastvogelgebiet" liegt. Dafür ist im neuen RROP die Erweiterung der Flächen bei Schulenburg vorgesehen.

Im Anschluss an seine Ausführungen waren Fragen zugelassen. Christian Möller (CDU) vom Ortsrat Schulenburg wies auf dass durch die Windräder gefährdete Brutgebiet des Rotmilans hin. Außerdem bezweifelte er die von der Region angestellten Berechnungen, mit denen verhindert werden soll, dass Schloss Marienburg einmal durch rotierende Windräder verdeckt wird.

Klaus Iffland aus Schulenburg wies auf die Belastung der Anwohner durch Lärm und Schlagschatten hin. Ein anderer Schulenburger sprach sich gegen noch höhere Windräder aus. Jung sagte, höhere Anlagen hätten auch Vorteile. Einerseits seien es weniger, weil sie mehr Abstand voneinander benötigten. Andererseits drehten sich die Rotoren langsamer, was weniger Unruhe in das Landschafsbild bringe.

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