Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Mit der Orgel streichelt der Wind die Seele

Schulenburg Mit der Orgel streichelt der Wind die Seele

Zahlreiche Besucher sind am Sonnabend zum Orgelwochenende in die Schulenburger Thomaskirche gekommen. Organist Stefan Polster aus Nordstemmen erklärte den Gästen die Besonderheiten der Furtwängler-Orgel. Thorsten Quindel präsentierte die Furtwängler-Uhr, die die Gemeinde als technisches Denkmal pflegt.

Voriger Artikel
Geld aus Automat an Tankstelle gestohlen
Nächster Artikel
Schützen holen ihre Majestäten ab

Stefan Polster demonstriert den Besuchern den Klang der Furtwängler-Orgel.

Quelle: Stephanie Zerm

Schulenburg. Die von Philipp Furtwängler (1800–1867) gebaute Orgel der Thomaskirche wurde 1858 in Betrieb genommen. Das Instrument verfügt über 22 Register und 1232 Pfeifen. „Jede der Orgelpfeifen braucht ihren eigenen wehenden Wind“, erklärte der Organist Stefan Polster. So könne durch die Orgel der Wind die Seele streicheln.

1917 wurde der Furtwängler-Orgel jedoch das Gesicht geraubt, wie Polster es formuliert. „Die Pfeifen wurden zu Kriegszwecken ausgebaut und eingeschmolzen.“ 1922 wurden diese behelfsmäßig durch bronzierte Zinkpfeifen ersetzt. Dem folgte ein mehrmaliger Umbau der Orgel, das letzte Mal 2003. Wie imposant sie immer noch klingt, demonstrierte Polster den rund 30 Gästen. Andächtig lauschten sie den Stücken, die der Organist mit viel Feingefühl spielte.

Auch das mechanische Uhrwerk der Thomaskirche hat Philipp Furtwängler gebaut. „Das mechanische Furtwängler-Uhrwerk tat verlässlich 133 Jahre lang seinen Dienst und zeigte von 1866 bis 1999 am Kirchturm der Thomaskirche präzise die Uhrzeit an“, erklärte Thorsten Quindel den Besuchern, die mit ihm in den Kirchturm geklettert waren, um das historische Stück zu besichtigen. Damals zahlte die Gemeinde dafür 176 Taler. Einziger Knackpunkt: Die Küsterin musste täglich in den Turm steigen, um das Seil und die Gewichte des Uhrwerks mit einer Kurbel aufzuziehen. „Dies war sehr aufwendig und schwierig“, berichtete Quindel. Daher wurde die Furtwängler-Uhr 1999 durch eine elektrische, funkgesteuerte Anlage ersetzt. Das historische Uhrwerk wird seitdem jedoch liebevoll von der Gemeinde gepflegt.

Das Orgelwochenende in der Thomaskirche war eine von mehreren Veranstaltungen, die der Elzer Heimat- und Geschichtsverein zum 150. Todestag des Elzer Orgelbauers Philipp Furtwängler ausrichtete. Insgesamt wurden an diesem Orgelwochenende in acht Kirchen im Leinebergland Konzerte auf Furtwängler-Orgeln gespielt. Nach Angaben des Elzer Heimat- und Geschichtsvereins soll der Orgelbauer mindestens 77 Orgeln neu geschaffen haben, 33 dieser imposanten Instrumente baute er um.

doc6w7xf553ts7bbto2gyg

Fotostrecke Pattensen: Mit der Orgel streichelt der Wind die Seele

Zur Bildergalerie

Von Stephanie Zerm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6w977vn8jqgqgx1ghz7
Historischer Hof ist bald Geschichte

Fotostrecke Pattensen: Historischer Hof ist bald Geschichte

Pattensen