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Wer Ozeanriesen ins rechte Licht rückt

Schulenburg Wer Ozeanriesen ins rechte Licht rückt

Leuchten für Kreuzfahrtschiffe: Frank Blume hat mit seiner Firma Bluleu LED solutions auf dem maritimen Markt Fuß gefasst. Der 49-jährige Elektromeister stellt Leuchtdioden her.

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Frank Blume beleuchet Kreuzfahrtschiffe.

Quelle: Raths

Pattensen. Es sind schwimmende Glitzerpaläste, riesige Kreuzfahrtschiffe und Yachten von Scheichs, die die Blicke auf sich ziehen. Doch wer rückt sie eigentlich ins rechte Licht? Nicht etwa in Hafenstädten wie Hamburg, Rostock oder Bremerhaven - in Schulenburg liegt der Sitz der Firma bluleu LED solutions, die Leuchtdioden für den maritimen Markt herstellt.

„Maßgefertigt“, erklärt Geschäftsführer Frank Blume, der das Unternehmen auch gern etwas altertümlich mit LED Manufaktur bezeichnet. Der 49-jährige Elektromeister setzt mit seinen technischen Ideen seit zehn Jahren die großen Pötte auf den Weltmeeren in Szene. Bevor er aber mit seinem Zehn-Mann-Betrieb in dieser Branche Fuß fassen konnte, bedurfte es einer Portion Glück.

„Die Meyer-Werft in Papenburg hatte Leuchtdioden für Kreuzfahrtschiffe bislang von der Stange gekauft und dann selbst installiert“, erklärt der gebürtige Schulenburger. „Und dann haben sie gemerkt, dass dies nicht so einfach ist.“ Ein Planer der Werft sei dann vor einigen Jahren durchs Internet gesurft - und auf Blumes Firma gestoßen. Er nahm mit der kleinen Firma vom Lande Kontakt auf. „Das war die Gunst der Stunde. Die habe ich genutzt“, sagt Blume. Er hat nur einen kleinen Betrieb, also brauchte er einen starken Partner. Den fand er in der weitaus größeren Firma Barthelme LED-Solution in Nürnberg, die rund 100 Menschen beschäftigt. Das war der Einstieg in ein Millionengeschäft. Wie viel die Firma bluleu umsetzt, will Blume aber nicht sagen.

Lieber berichtet er davon, inzwischen schon 25 Luxusliner sowie eine Reihe von Yachten ausgerüstet zu haben. „Wir beleuchten in den Schiffen Treppen, Kinos und Pools. Hinzu kommen auch Hecklinien. Alles mit Technik, die wasserbeständig ist und der Meersalz sowie UV-Bestrahlung nichts ausmacht“, erklärt der Geschäftsmann das Angebot seines Unternehmens - und wirkt dabei gar nicht abgehoben, sondern bescheiden.

Höhenflüge scheinen dem bodenständigen Familienvater, der mit Ehefrau Svenja und seinen fünf und 15 Jahre alten Töchtern Sophie und Lilly in Schulenburg wohnt, sowieso fremd zu sein. Obwohl er schon Ozeanriesen wie etwa die „Anthem of the Seas“ der Reederei Royal Caribbean International mit kilometerlangen Diodenketten ausgestattet hat. Eine Stadt auf See, die ebenfalls von der Meyer-Werft auf Kiel gelegt wurde. Gemeinsam mit der „Quantum of the Seas“ ist die „Anthem of the Seas“ eines der größten in Deutschland gebauten Passagierschiffe. Mit Raum für 4900 Reisende, einer Länge von 350 und einer Breite von 40 Metern.

Manchmal geht der 49-Jährige auch auf Geschäftsreise auf einem dieser Pötte. „Es sind autarke Städte mit eigener Trinkwasseraufbereitung und Müllverbrennung.“ Aber auf ewig ein Zahnrädchen nur in dieser Welt der Mega-Schiffe zu sein, ist ihm zu wenig. Der 49-Jährige möchte sein Angebot erweitern. Der maritime Markt hat seinen großen Reiz, aber auch Landmaschinen, Busse, Flure oder Türeinstiege sowie Shops will er künftig mehr und mehr mit seinen Leuchtdioden ausstatten. Den regionalen Markt möchte er ebenfalls erobern. Wenn ihn jemand damit beauftragt, würde der Schulenburger gern mal ein markantes Bauwerk in romantisches Licht tauchen. Schloss Marienburg etwa, nur ein paar Kilometer entfernt. Vielleicht wird’s ja mal was damit.

Von Alexander Raths

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