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Pattensen boomt - und gibt die Laterne ab

Pattensen Pattensen boomt - und gibt die Laterne ab

Pattensen wächst und wächst - keine Kommune in der südlichen Region Hannover hat zuletzt bei Einwohnerzahlen so zugelegt. Nächste Woche will Bürgermeisterin Ramona Schumann endlich die rote Laterne der kleinsten Kommune an Wennigsen weiterreichen. Bald könnte die Stadt sogar Gehrden überholen.

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Seit 1996 wird die Rote Laterne im Pattenser Rathaus verwahrt. 

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen. Als Pattensens früherer Bürgermeister Günther Griebe im Jahr 1996 Verwaltungschef wurde, bekam er auch ein besonderes Einrichtungsstück überreicht: die rote Laterne der kleinsten Regionskommune. 18 Jahre lang sollte die Stadt Schlusslicht bleiben - bis sie im Frühjahr 2014 die Deistergemeinde Wennigsen überholte. Und das Wachstum hält an: Allein in den vergangenen zwei Jahren (Stand: jeweils 30. Juni) hat die Stadt um 380 Einwohner zugelegt - ein Plus von 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Selbst das ebenfalls boomende Laatzen legte "nur" um zwei Prozent zu, Wennigsen wuchs um bescheidene 0,3 Prozent.

"Nach einem gewissen Dornröschenschlaf hat sich eine Menge entwickelt", kommentiert Stadtsprecherin Andrea Steding die Dynamik. "Wir haben gefühlt jahrzehntelang kaum Baugebiete im Angebot gehabt." Das änderte sich erst Mitte der neunziger Jahre zunächst mit dem Gebiet Lehmkuhlen. Vor allem aber wies die Stadt in drei großen Abschnitten das Baugebiet Pattensen Mitte-Nord aus, wo seit Jahren fast durchgehend Bauflächen im Angebot sind. Ein so großes Potenzial hatte im Calenberger Land kaum eine andere Kommune aufzuweisen.

Die Entwicklung dürfte weitergehen: Der dritte Bauabschnitt wird gerade erschlossen und ist zu großen Teilen verkauft oder reserviert, angrenzend will die Stadt in den nächsten Jahren einer Fläche von 9,7 Hektar das Mühlenfeld entwickeln. Kleine Baugebiete sind außerdem in Schulenburg (22 Bauplätze), Jeinsen (etwa 20) und Vardegötzen (3) in Vorbereitung.

Dass das Bauland so gut ankommt, hängt aus Sicht Stedings mit mehreren Faktoren zusammen: "Man muss sagen, dass wir eine wirklich schöne Lage haben", schwärmt die Stadtsprecherin - landschaftlich schön und zugleich in der Nähe von Landeshauptstadt und Autobahn. Auch liegen die Baupreise unterhalb des Niveaus im engeren Speckgürtel um Hannover - und die Infrastruktur wird besser: Mit dem Ausbau der KGS-Oberstufe hat Pattensen seit kurzem ein durchgängiges Schulangebot bis hin zum Abitur, auf dem Gelände der ehemaligen Wallmart-Ruine ist ein Marktzentrum entstehen.

Nicht allen ist der Aufschwung geheuer: Kritiker hatten zuletzt wiederholt bemängelt, dass mehr Einwohner auch Probleme bei der Infrastruktur mit sich brächten - allem voran an der Grundschule Pattensen, in der es zunehmend eng wird. Die Verwaltung bemüht sich derzeit, ein Grundschulkonzept zu erarbeiten, die Schulenburger Grundschule und die KGS werden zudem erweitert.

Überholt Pattensen als zweitkleinste Regionskommune vielleicht bald sogar Gehrden? Der Trend ist eindeutig: Binnen zwei Jahren ist die Differenz von 590 auf 310 Einwohner geschrumpft. In der Burgbergstadt tut sich allerdings auch einiges. Die letzten amtlichen Zahlen (vom 30. Juni 2015) berücksichtigen noch nicht das relativ neue Gehrdener Baugebiet Großes Neddernholz mit 90 Grundstücken. Und weitere Flächen im Gehrdener Osten sowie kleinere Flächen in den Ortsteilen sind in Vorbereitung oder Umsetzung.

So geht es aktuell erst einmal darum, die Rote Laterne auch faktisch an die Gemeinde Wennigsen loszuwerden, die sich bislang um diese zweifelhafte Ehre gedrückt hat. Das real existierende Exemplar liege schon übergabebereit im Kofferraum von Pattensen Bürgermeisterin Ramona Schumann, heißt es im Rathaus. Wann sie übergeben wird? "Spätestens beim Neujahrsempfang nächste Woche", verrät Steding.

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Einwohnerzahlen von Pattensen, Wennigsen und Gehrden

Quelle: HAZ-Grafik: bd

Von Johannes Dorndorf

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