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Toilettenpapier soll umweltfreudlicher werden

Pattensen Toilettenpapier soll umweltfreudlicher werden

Sind die Aufdrucke auf den Pappkernen der Toilettenpapierrollen der Drogeriekette Rossmann eine Belastung für die Umwelt? Sabine Eilers sieht das so. Und hat bei dem Unternehmen daher angefragt, ob man nicht in Zukunft auf den Aufdruck verzichten könne.

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Druck auf der Rolle: Sabine Eilers macht sich Gedanken um die Umwelt.

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen. Eine befriedigende Antwort darauf hat sie noch nicht bekommen - und ist sauer. Die 49-Jährige hatte entdeckt, dass auf den sogenannten Pappkernen der Rollen mehrfach rot der Schriftzug Rossmann gedruckt ist. „Es könnten Energie, Farbe und Kosten eingespart werden, wenn darauf verzichtet wird. Das wäre auch ein Beitrag zur Umweltentlastung“, sagt Eilers. Ihr liegt der Umweltschutz sehr am Herzen - auch wenn es um die Pappkerne von Toilettenpapierrollen geht.

Also schrieb die Pattenserin entsprechende Anfragen an das Unternehmen - zweimal. Eine war gar an Geschäftsführer Dirk Rossmann persönlich adressiert. Doch beide Male antwortete nur der Kundenservice. Die Farbe schade der Umwelt nicht und sei obendrein recyclebar, teilte der mit. Damit wäre die Sache erledigt, meinte man bei dem Unternehmen, doch Eilers ließ nicht locker. Ihre Frage sei noch nicht beantwortet, fand sie und fragte noch einmal telefonisch nach. Dabei erfuhr sie, dass Dirk Rossmann das Schreiben gar nicht vorgelegt worden war. „Das finde ich schon etwas befremdlich. Es war schließlich an ihn adressiert“, sagt Eilers.

Rossmann-Pressesprecher Josef Lange wirbt um Verständnis. Schließlich bekomme sein Unternehmen monatlich rund 20.000 Zuschriften, viele an Dirk Rossmann persönlich gerichtet. Die könne der Chef nun mal nicht alle lesen. Und was die besagte Rolle betrifft: Toilettenpapier zähle nun mal zu den „frequenzstärksten“ Artikeln, der Aufdruck sei ein Werbeeffekt, auf den nicht verzichtet werden solle. Eilers ist enttäuscht. „Ich fühle mich nicht ernst genommen“, sagt sie.

Die Pattenserin setzt sich auch in ihrem Nebenberuf für den Umweltschutz ein. Sie vertreibt über den von ihrer Nachbarin geführten Onlineshop selbst genähte Biokleidung für Kinder bis fünf Jahre. Eilers achtet darauf, dass die Händler, von denen sie ihre Stoffe bezieht, das Siegel Global Organic Textile Standard haben. Das garantiert, dass vom Anbau auf den Baumwollfeldern bis zur Herstellung der Stoffe keine chemischen Zusätze verwendet werden. Zudem wird auch auf die Einhaltung von Sozialkriterien für die jeweiligen Arbeiter geachtet. Eilers sagt: „Ich kann die Welt nicht retten - aber ich kann sie mit meinen Möglichkeiten ein klein wenig besser machen.“

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