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Reifen von Flüchtlingen zerstört

Pattensen-Mitte Reifen von Flüchtlingen zerstört

Unbekannte haben in Pattensen gezielt Fahrradreifen von Flüchtlingen zerstochen. Außerdem wurde die vor kurzem ersetzte Gedenktafel für die 1938 zerstörte Synagoge von Pattensen beschmiert - schon wieder.

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Dank der Hilfe von Udo Scherer (links) und Mirco Bruckner (rechts) kann Nabil Korro wieder mit dem Rad fahren.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen-Mitte. Geschehen sind diese Taten am vergangenen Wochenende, vermutlich in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, 1. Mai. Dabei wurden die Reifen von zehn Fahrrädern zerstochen, die vor einem Haus am Ostlandplatz standen. In diesem Haus wohnen ausschließlich Flüchtlinge. Dass die Tat vermutlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat, war für Außenstehende nicht sofort zu erkennen, weil die Polizei in einer ersten Meldung als Tatort "Deisterplatz" angegeben hatte.

In der gleichen Nacht, so vermutet es die Polizei, wurde auch die Gedenktafel beschmiert, die an der Hofstraße an die Synagoge erinnert, die 1938 zerstört wurde. Die Gedenktafel aus Edelstahl war erst vor kurzem - auf mit Hilfe von Privatspenden - ersetzt worden. Eine andere Edelstahltafel war gestohlen worden, die erste Tafel aus Sandstein durch einen Farbanschlag zerstört.

Auch die Wand der Geschäftsstelle der CDU nebenan wurde in der Nacht zum 1. Mai beschmiert - ebenfalls nicht zum ersten Mal. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jonas Soluk erklärte jetzt, die CDU Pattensen werde sich von diesen Taten "nicht einschüchtern" lassen. "Ganz im Gegenteil fühlen wir uns mit jedem Angriff mehr darin bestärkt, für ein freiheitliches und demokratisches Miteinander einzutreten."

Die Fahrradwerkstatt und der ADFC haben sofort ihre Hilfe angeboten. Gemeinsam mit den Flüchtlingen haben Udo Scherer von der ADFC Ortsgruppe Hemmingen/ Pattensen und Mirco Bruckner von der Fahrradwerkstatt Pattensen inzwischen die Reifen geflickt. Die Fahrräder - Spenden von Pattensern - kommen jetzt über Nacht in einen abgeschlossenen Keller.

Die Zerstörung der Reifen sei eine gezielte Aktion gegen die Flüchtlinge gewesen, sagte Peter Winter, Koordinator des Flüchtlingsnetzwerks. Es seien im Umfeld des Ostlandplatzes auch diffus bedrohliche Aufkleber entdeckt worden, die umgehend entfernt wurden. Auf diesen Aufklebern ist ein mit Sturmhaube maskierter Mann zu sehen. Außerdem ist dort groß der Schriftzug NS-Zone zu erkennen, sowie die Worte "Unsere Straßen, unsere Viertel, unsere Stadt, unsere Regeln".

Es sei nicht bekannt, dass schon zuvor im Stadtgebiet lebende Flüchtlinge belästigt oder bedroht wurden, sagte Stadtsprecherin Renate Riedel. Der Verwaltung seien diese Aufkleber bekannt. Sie seien an unterschiedlichen Stellen in der Innenstadt aufgetaucht. Sie wurden von der Stadt jedoch nicht der Polizei gemeldet. Die Mitarbeiter des Betriebshofs hätten generell den Auftrag, Aufkleber mit derartigen Inhalten zu entfernen. Mit was für einer Substanz die Gedenktafel beschmiert wurde und ob sie rückstandslos zu reinigen ist, sei noch nicht geklärt.

Bei der Polizei waren die Aufkleber bisher nicht bekannt. Ein Sprecher der Polizei Hannover sagte, bei der Darstellung und dem Text handele es sich nicht um eine Straftat. Wegen der Zerstörung der Fahrräder sowie der Schmierereien wurden Anzeigen erstattet. Hinweise von Zeugen nimmt die  Polizei Pattensen unter Telefon (05101) 12059 entgegen.

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