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Über das Ortschild zurück nach Jeinsen

Jeinsen Über das Ortschild zurück nach Jeinsen

Vier Jahre lang war Zimmermannsgeselle Johannes Bindernagel auf der Walz. Am Sonnabend ist er in seinen Heimatort Jeinsen zurückgekehrt. Dabei galt es, zahlreiche Rituale zu befolgen - unter anderem musste der 29-Jährige über das Ortschild klettern.

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Um zurück nach Jeinsen zu kommen, muss Johannes Bindernagel über das Ortsschild klettern.

Quelle: Stephanie Zerm

Jeinsen. Rund 50 Jeinser hatten sich um Punkt 15 Uhr am Ortsausgangsschild in Richtung Pattensen versammelt, hielten Sonnenblumen und Transparente in den Händen. Doch die Rückkehr des Ehrengastes ließ auf sich warten. Mehr als zehn Handwerksgesellen begleiteten Johannes Bindernagel, als er sich von Pattensen aus zu Fuß seinem Heimatort näherte. Die letzten eineinhalb Kilometer ging die Gruppe im Gänsemarsch hintereinander - und in Schlangenlinien. Immer wieder kreuzten die Gesellen in der traditionellen Handwerkskleidung die Straßenseite, liefen über das Feld und dann zurück auf den Fußweg. "Es gibt zahlreiche Rituale, die streng eingehalten werden müssen", sagte Vater Gert Bindernagel. "Viele davon sind geheim. Nur die Gesellen selbst kennen sie."

Als Johannes Bindernagel dann ankam, durfte er Jeinsen auch nicht einfach so betreten. Er musste, wie bereits bei seiner Verabschiedung, den Weg über das Ortsschild nehmen. Auf der Pattenser Seite halfen ihm seine sogenannten Schachtbrüder mit ihren traditionellen Stöcken auf das rund drei Meter hohe Schild. Als er von dort auf der Jeinser Seite wieder hinabsprang, fingen ihn seine Kameraden von der Feuerwehr auf.

Danach nahmen die Umarmungen kein Ende. Vor allem seine Mutter Carola und seine Schwester Katharina Bindernagel hatten Tränen in den Augen, als sie ihren "Hanni" wieder in die Arme schlossen. Insgesamt war Johannes Bindernagel vier Jahre und einen Tag auf der Walz. Eigentlich waren nur drei Jahre und ein Tag geplant. "Mir hat es aber so gut gefallen, dass ich ein Jahr verlängert habe", sagt der 29-Jährige.

Während seiner Wanderschaft hat er zahlreiche Städte und Länder gesehen, war unter anderem in Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz, Italien, Frankreich und Schweden, Norwegen und Island.  Aber auch die Kanaren und Azoren sowie Brasilien und Perus hat der Zimmermannsgeselle bereist. Dabei durfte er allerdings nie länger als drei Monate an einem Ort bleiben.

Um sich zu finanzieren, hat er überall gearbeitet. "Landschaftlich hat es mir in Island am besten gefallen, arbeitstechnisch in Deutschland", sagt der 29-Jährige. "Aber jetzt freue ich mich erstmal, wieder zu Hause zu sein."

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Von Stephanie Zerm

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