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21 Notfallsanitäter nehmen Ausbildung auf

Empelde 21 Notfallsanitäter nehmen Ausbildung auf

21 junge Leute haben am Montag beim DRK Region Hannover ihre dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen. Künftig gelten neue Qualitätsanforderungen. Das alte Rettungsassistentengesetz hat ausgedient.

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DRK-Mitarbeiter Wolfgang Klar (von links) erläutert den neuen Auszubildenden einen modernen Rettungswagen.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. Der Rettungsdienst hat sich grundlegend geändert. Stephan Topp, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienste in den Regionen Hannover und Hildesheim erläutert die Hintergründe: Das Kernproblem liege in der notfallärztlichen Versorgung der Bevölkerung. „Es gibt immer weniger Kliniken“, sagt Topp. Er nennt Zahlen: 1990 gab es in Deutschland 2447 Krankenhäuser, 20 Jahre später waren es nur noch 1800 mit sinkender Tendenz. Die Zahl der Kliniken mit einer 24-Stunden-Notfallaufnahme sei ebenso rückläufig wie die Zahl der Notärzte.

Auf diese Entwicklung reagieren die Träger der Rettungsdienste. Als einziger Träger niedersachsenweit bildet das DRK Region Hannover nach eigenen Angaben einen kompletten Jahrgang nach den neuen gesetzlichen Vorgaben für Notfallsanitäter aus. Die Ausbildung dauert künftig drei Jahre. An die Praxis und den Unterricht in einer Rettungsdienstschule werden neue Qualitätsanforderungen gestellt. „Wir haben ein komplett anderes didaktisches Konzept“, sagt Topp. Die Praxis vermittelt das DRK seinen Auszubildenden in 13 eigenen Lehrrettungswachen unter anderem in Laatzen und Springe.

„Die Ausbildung für Krankenwagenführer wie früher reicht längst nicht aus“, meint Topp. Die Ursache seien andere und gestiegene Anlässe für die Einsätze. Früher habe es viele internistische Notfälle wie Herz-Kreislauf-Versagen gegeben. „Heute haben wir fast gleich viele Suizide“, sagt der Geschäftsführer.

Als Beleg führt er Zahlen an: 1975 mussten die Retter bei 30 Prozent der Notfalleinsätze Opfer von Verkehrsunfällen versorgen. Die Einsätze wegen Psychosen waren damals gleich null. 2007 machten Verkehrsunfälle fünf Prozent der Einsätze aus. „Die Hilfe wegen Psychosen lag bei 13 Prozent“, sagt Topp. Dafür sei ein anderes Wissen und eine psychologische Schulung der Rettungsassistenten erforderlich. „Das bedeutet weit mehr als die Verwendung eines EKG und das Pflasterkleben“, sagt Topp.

Rettungsdienst hat Tradition

Viele Kompetenzen sind heute auf nichtärztliche Mitarbeiter übertragen, sagt Andreas Starke, Teamleiter Rettungsdienste und Katastrophenschutz bei der Region Hannover. Die Region sei deshalb sehr an einer Qualitätsverbesserung der Ausbildung interessiert. Die Behörde vergibt die Konzessionen an die Träger des Rettungsdienstes und beschäftigt sogar einen eigenen ärztlichen Leiter.

Die Notfallversorgung übernehmen das DRK, die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Malteser und ein privater Anbieter. Eingesetzt werden die hauptamtlichen Mitarbeiter der Rettungsdienste von der Leitstelle der Region in Hannover. Die Disponenten alarmieren das Fahrzeug, welches sich dem Einsatzort am nächsten befindet. Die 21 jungen Leute, die am Montag ihre dreijährige Ausbildung beim DRK begannen, wurden unter 140 Bewerbern aus ganz Deutschland ausgewählt. Als Notfallsanitäter werden sie beim DRK nach den Besoldungstarifen im öffentlichen Dienst bezahlt. „Das Anfangsgehalt beträgt etwa 2500 Euro brutto plus Schichtzulagen“, berichtet Stephan Topp, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienste.

Er schilderte den jungen Leuten auch die lange Tradition des Rettungswesens. Krankentransporte sind seit 1870 in Deutschland üblich, anfangs in Pferdekutschen und seit 1905 motorisiert. Der erste Rettungswagen mit einem Notarzt an Bord, ein umgebauter Reisebus, wurde 1957 in Hildesheim eingesetzt. Mitte der sechziger Jahre habe sich durchgesetzt, die Notfallpatienten am Einsatzort zu versorgen, bevor sie ins Krankenhaus transportiert wurden, berichtete Topp. Als erstes Bundesland regelte Bayern 1974 die Ausbildung für Rettungssanitäter per Gesetz.

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