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Jeder lernt in seinem Tempo

Weetzen Jeder lernt in seinem Tempo

Gemeinsam lernen und dennoch alle Schüler nach ihren individuellen Fähigkeiten fördern: In der Regenbogenschule Weetzen werden seit einem Schuljahr Erst- und Zweitklässler in altersgemischten Eingangsstufen unterrichtet, um den Bedürfnissen jedes Kindes gerecht zu werden.

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Rihanna (8) hilft Jasper (7), der heute den Buchstaben Q erlernt hat, bei den Deutschaufgaben.

Quelle: Lisa Malecha

Ronnenberg. Konzentriert schaut Jasper in sein Aufgabenheft. „Du musst vom Wort eine Linie zum richtigen Bild malen“, erklärt Rihanna (8) ihrem ein Jahr jüngeren Klassenkameraden. Obwohl Rihanna schon seit zwei Jahren die Regenbogenschule Weetzen besucht, wird sie gemeinsam mit Jasper unterrichtet, der erst in diesem Schuljahr eingeschult wurde. Beide besuchen die sogenannte Eingangsstufe, in der Kinder der ersten beiden Jahrgänge in einer altersgemischten Gruppe untergebracht sind.

„Die Leistungsschere in den ersten beiden Jahrgängen ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden, da die Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen“, sagt Schulleiterin Christine Lutz. In den gemischten Gruppen könne jedes Kind, unabhängig davon, ob es die Schule nun erst ein Jahr oder bereits im zweiten Jahr besucht, ganz individuell gefördert werden.

Besonders schnell lernende Schüler können schon nach einem Jahr in das dritte Schuljahr wechseln. Kinder, die mehr Zeit brauchen, können drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben. „Und das ohne sitzenzubleiben - das stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder sehr“, erklärt sie. Dadurch, dass sich die Kinder gegenseitig helfen, würden sie außerdem schnell lernen, Verantwortung zu übernehmen.

„Die großen nehmen die Kleinen an die Hand und erklären ihnen schon am Anfang des Schuljahrs die Regeln und Rituale“, sagt Lutz. Dadurch herrsche von Anfang an eine viel harmonischere und ruhigere Stimmung in den Klassen.

Doch einige Eltern haben auch Zweifel am neuen Konzept: „Sie befürchten, dass die leistungsstärkeren Kinder unterfordert werden“, sagt Lutz. Diese Angst sei aus ihrer Sicht jedoch unbegründet. „Es gab auch in normalen ersten und zweiten Klassen schwächere und stärkere Kinder, auf deren Bedürfnisse man individuell eingehen musste“, argumentiert sie. Damit jeder ausreichend gefördert wird, werden die Klassen mindestens eine Stunde am Tag in zwei Gruppen aufgeteilt. „Dadurch hat man dann nur noch acht bis zwölf Schüler, auf die man viel besser eingehen kann“, sagt Klassenlehrerin Maike Völksen.

Kinder, die vor Ende des Schuljahres den gesamten Stoff durchgearbeitet haben, können schon anfangen, den Stoff der darauffolgenden Klasse zu erlernen. „Das ist zwar ein erheblicher Mehraufwand für die Lehrkräfte, da sie nun Aufgaben für die schwächeren, die durchschnittlichen und die stärkeren Schüler zweier Jahrgänge bereitstellen müssen“, räumt Lutz ein. Doch sie sei zuversichtlich, dass sich der Aufwand lohnt. Erste Erfolge seien bereits zu erkennen, betont sie. Beispielsweise bewirke die Anwesenheit der „Großen“, dass die jüngeren Kinder sehr viel mehr lernen wollen.

Das bestätigt auch Jasper. „Ich will schon so alt sein wie Rihanna und alles wissen, was sie weiß“, sagt der Siebenjährige und fügt nicht ohne Stolz hinzu: „Ich kriege aber immer schon mit, was die Großen lernen und merke mir das dann.“ Den Älteren hingegen scheint es Spaß zu machen, sich um ihre jüngeren Mitschüler zu kümmern. „Ich kann helfen und fühle mich dann schon größer“, sagt Rihanna. „Es ist toll, dass ich ihm Sachen erklären kann.“

Von Lisa Malecha

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