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Nationalstolz ist trotz Flucht sehr groß

Ronnenberg Nationalstolz ist trotz Flucht sehr groß

Stolz auf ihre Wurzeln: Asylbewerber aus Ronnenberg haben beim Begegnungscafé der Kirchengemeinde kulturelle und touristische Besonderheiten ihrer Heimat vorgestellt. Ihre Botschaft: Der Nationalstolz ist trotz der Flucht weiterhin ungebrochen.

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Interkultureller Austausch: Beim Begegnungscafé unterhalten sich die Asylbewerber mit den ehrenamtlichen Integrationshelfern und weiteren Besuchern über landestypische Besonderheiten ihrer Heimat.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ronnenberg. Für Erisa Barjamaj ist es enorm wichtig, dass die Haltung der meisten Asylbewerber auch in der neuen Heimat künftig noch viel besser wahrgenommen wird. "Wir sind ja nicht wegen unserer Wurzeln bemitleidenswert", sagte die 23-jährige Albanerin beim Auftakt des Begegnungscafés vom Willkommenkreis der Kirchengemeinde. Es seien doch viel mehr wirtschaftliche und gesellschaftliche Zwänge gewesen, die eine Flucht unausweichlich gemacht haben, betonte die junge Frau. "Aber wir sind trotzdem stolz auf unsere Heimat mit allen ihren touristischen Attraktionen und kulturellen Besonderheiten."

Um das ganz deutlich hervorzuheben, hatte die studierte Juristin, die seit zwei Jahren in Ronnenberg lebt, gemeinsam mit ihrem Bruder Editer Barjamaj und Maresir Aliray einen Filmbeitrag vorbereitet. Gemeinsam hatten die drei jungen Asylbewerber im Internet Material gesichtet und einen 20-minütigen Film mit Sequenzen über touristische und geschichtliche Hintergründe ihres Heimatlandes zusammengeschnitten - unterlegt mit Kommentaren und Moderation. Und dazu servierten Asylbewerber aus Syrien landestypischen Kuchen und arabischen Kaffee.

Das Begegnungscafé ist eine regelmäßige Aktion des Willkommenskreises der evangelischen Michaeliskirchengemeinde und wird seit vergangenem Oktober einmal monatlich im Gemeindesaal angeboten. "Ziel ist es, Begegnungen zu ermöglichen und ein niedrigschwelliges Integrationsangebot zu schaffen", sagte Pastor Klaus-Thilo von Blumröder. Bislang seien bei jedem der Treffen etwa 50 Besucher gezählt worden.

Eine Premiere war die Neuauflage für die etwa 40 ehrenamtlichen Helfer des Willkommenskreises trotzdem. "Es ist das erste Begegnungscafé mit einem großen Programm", sagte der 73-jährige Helmut Braun. Der pensionierte Pädagoge leitet zwei Deutschkurse mit Ronnenberger Flüchtlingen. Einen seiner Kurse besuchen auch die drei albanischen Produzenten des vorgeführten Kurzfilmes.

Robert Plattner vom Organisationsteam des Begegnungscafés verwies auf die gelungene Integration der 23-jährigen Frau aus der Filmgruppe. Sie hat in Albanien Rechtswissenschaften studiert, ist erst weit zwei Jahren in Deutschland und absolviert derzeit ein Praktikum bei der Ronnenberger Stadtverwaltung. "Ich finde die Integrationsaktionen einfach super und bin dankbar", sagte die junge Frau in nahezu fließendem Deutsch.

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An einem Nebentisch im Gemeindesaal spielen die 14-jährige Antonia (Bild unten, rechts) und Heike Otremba (Zweite von rechts) aus dem Willkommenskreis mit Flüchtlingskindern und jungen Gästen Karten.

Quelle: Ingo Rodriguez
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