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Aufklärung knapp unter der "magischen Grenze"

Ronnenberg Aufklärung knapp unter der "magischen Grenze"

„Unsere Zahlen sind gut.“ Zufrieden hat Stefan Brüning, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes am Freitag gemeinsam mit seinem Chef, Christoph Badenhop die Kriminalitätsstatistik für den Bereich Ronnenberg vorgestellt. Fazit: Die Zahlen der Delikte ist gleichbleibend.

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Stefan Brüning, (von links), Christoph Badenhop und Angela Mies sind mit den Zahlen der Statistik für 2016 sichtlich zufrieden.

Quelle: Uwe Kranz

Ronnenberg. Die Aufklärungsquote geht dabei leicht zurück. „60 Prozent ist für die Öffentlichkeit so eine magische Grenze bei der Aufklärungsquote“, sagt Kommissariatsleiter Christoph Badenhop. Mit 57,4 Prozent lag das Polizei-Kommissariat (PK) Ronnenberg leicht darunter. „Das soll aber nicht dafür gelten, dass man die Polizeiarbeit für gut oder schlecht befinden soll“, sagt Badenhop. 2015 sei es gelungen, allein mit einem Verdächtigen 300 Delikte aufzuklären. Für das erreichen der „magischen Grenze“ fehlten 2016 nur etwa 60 aufgeklärte Taten. Auch die Anzahl der bearbeiteten Fälle – nicht immer ist das PK Ronnenberg zuständig – ist in vergangenen Jahr um rund 300 zurückgegangen, eben jener Zahl der Delikte des überführten Serientäters.
Die bemerkenswerteste Schwankung der Fallzahlen gab es vielleicht noch bei den Rohheitsdelikten wie Raub, Körperverletzung oder Stalking von 349 auf 391 im vergangenen Jahr. Allerdings lag die Anzahl 2015 deutlich unter dem Durchschnittswert und habe sich nun „nivelliert“, wie es Brüning ausdrückte. So blieb auch der Wert 2016 unter dem Mittelwert der vergangene sechs Jahre. Die Aufklärungsquote liegt hoch bei 93,35 Prozent.

Einen neuen Weg geht die Polizei-Inspektion bei den Wohnungseinbrüchen. Diese werden nun zentral in Ronnenberg bearbeitet. „Wir haben damit bessere Erfahrungen gemacht“, sagt Badenhop. Unter großem Einsatz sei 2016 unter anderem eine Serie von rund 30 Einbrüchen in Arnum aufgeklärt worden. Aktuell gebe es aber eine auffällig hohe Anzahl von Fällen im Bereich Devese/Hemmingen. Im Kampf gegen Wohnungseinbrüche sei man auf die Bevölkerung angewiesen, so Badenhop. Eigentümer müssten ihre Objekte schützen. „Wie sie das tun? Dabei sind wir gerne behilflich“, sagte der Kommissariatsleiter. Außerdem appellierte er: „Bei Auffälligkeiten bitte immer gleich 112 anrufen.“

Zentral bearbeitet werden seit Jahresbeginn auch professionelle Autoaufbrüche, die meist Navigationsgeräte in Fahrzeugen der gehobenen Standards zu Ziel haben. In diesen Fällen ermittelt nun der Zentrale Ermittlungsdienst in Hannover. „Ähnlichkeiten verschiedener Taten könnten so schneller erkannt werden“, stellte Brüning fest.

Gelegenheitstäter blieben weiter in der Ronnenberger Zuständigkeit. Diese hätten immer etwas dabei, um eine Scheibe einschlagen zu können“, sagte Badenhop. Wertgegenstände sollten deshalb niemals offen im Fahrzeug zurückgelassen werden. Auch nicht, wenn man nur für fünf Minuten zum Einkaufen gehe.

Keine Ausfälle unter Polizisten nach Gewalt

Im Bereich des Polizeikommissariats Ronnenberg gibt es keine nennenswerten Fallzahlen von Gewalt gegen Einsatzkräfte. „Es gibt keine schwerwiegenden Fälle“, sagt Kommissariatsleiter Christoph Badenhop. Insgesamt kam es im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich zu 13 Delikten gegenüber Polizisten. Darunter waren acht Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie fünf Fälle von Beleidigung oder Körperverletzung. Die Gesamtzahl der Fälle blieb damit unverändert. Keiner seiner Mitarbeiter musste aufgrund eines solchen Deliktes den Dienst abbrechen oder krankgeschrieben werden, stellte Badenhop zufrieden fest.

Flüchtlinge spielen in der Statistik Nebenrolle

Bei uns ist das Thema völlig unauffällig“, sagt Kommissariatsleiter Christoph Badenhop über den Anteil von Flüchtlingen an der Kriminalitätsstatistik. Bei der Polizei werden dazu seit 2015 Zahlen ermittelt. Im September 2015 wurde überdies die Möglichkeit für die Polizisten geschaffen, dies EDV-mäßig zu erfassen. Das Problem war jedoch zunächst festzulegen, welch überhaupt als Flüchtling gilt. Als Kriterien wurden festgelegt: Die Person hat keine deutsche Staatsbürgerschaft und einen der folgenden Aufenthaltsanlässe: Asylbewerber, Duldung, Kontingent- oder Bürgerkriegsflüchtling sowie unerlaubter Aufenthalt. „Wir stellen diese Statistik zur Verfügung, um transparent mit diesem Thema umzugehen“, sagt Badenhop. „Nicht, weil wir hier ein Problem sehen.“ Der Anteil von Flüchtlingen an der Zahl der Tatverdächtigen beträgt in Ronnenberg nur 7,48 Prozent. „Ich sehe dabei einen Zusammenhang zu der guten, dezentralen Unterbringung und der Willkommenskultur vor Ort“, lobt Badenhop.

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