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Aus für Kunstverein? Politik soll helfen

Benthe Aus für Kunstverein? Politik soll helfen

Der Kunstverein Benther Berg steht vor der Schließung. Weil den Mitgliedern die Finanzierung der Galerie in Benthe über den Kopf wächst, soll nun die Stadt helfen. Der Verein bittet um einen kostenfreien Nutzungsvertrag.

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Als dieses Bild im Herbst 2015 entstand, schauten Dieter Götze (von links), Bernd Pallas, Karin Sandberg-Kobling, Rainer Janssen, Bärbel Erbstößer sowie Nigel Packham (vordere Reihe), Kristina Henze und Elke Steinhoff noch recht zuversichtlich in die Kamera. Mittlerweile ist die Situation sehr ernst.

Quelle: Nils Oehlschläger

Benthe. Die Situation ist ernst. Die Stadt Ronnenberg könnte einen renommierten Kulturbetrieb verlieren, der über die Grenzen der Kommune bekannt ist. Die sieben Profikünstler des Vereins Kunstraum Benther Berg sind 18 Jahre nach der Gründung nicht mehr in der Lage, den Betrieb finanziell aufrecht zu erhalten. Sie bitten die Stadt um einen kostenfreien Nutzungsvertrag.

Die laufenden Kosten für die Galerie im Dachgeschoss eines städtischen Gebäudes an der Bergstraße lassen sich mit den Einnahmen nicht mehr decken. Diese stammen hauptsächlich aus den Mitgliedsbeiträgen (rund 1600 Euro im Jahr) sowie der 20-prozentigen Provision aus dem Verkaufserlös von sechs Ausstellungen im Jahr. 2015 sind das 632 Euro gewesen. „Kunst verkauft sich nicht mehr gut“, sagt Kunstraum-Sprecher Rainer Janssen.

Um große Summen geht es nicht in dem Bittbrief, den der Kunstvereinsvorstand jetzt an Bürgermeisterin Stephanie Harms geschrieben hat. Demnach fehlen dem Verein rund 1500 Euro im Jahr. Und das, obwohl alle anfallenden Arbeiten wie Planung, Organisation, Transport und Aufbau der Ausstellungen ehrenamtlich bewältigt werden, erläutert Kunstraum-Sprecher Rainer Janssen. Trotzdem sei der Betrieb nur möglich, indem die Mitglieder privates Geld investieren und die Mitgliedsbeiträge mehrfach erhöht wurden.

Die Profikünstler bitten Rat und Verwaltung mit der Gewährung einer finanziellen Unterstützung auch um eine Anerkennung ihrer Leistung. „Wir sind ein wichtiger und geachteter Repräsentant für die Stadt Ronnenberg, der Aufmerksamkeit und Strahlkraft für die gesamte Region Hannover vermittelt“, heißt es in dem Brief an die Bürgermeisterin und die politischen Parteien.

Dafür gibt die IntraRegionale 2016 ein aktuelles Beispiel, die von zehn Kunstvereinen in der Region noch bis September gemeinsam ausgerichtet wird. Regionspräsident Hauke Jagau eröffnete das sommerliche Ausstellungsprojekt am 12. Juni am Benther Berg mit dem Beitrag des Kunstraums, der den schwedischen Landschaftskünstler Greger Ståhlgren präsentierte. „Leider war die Stadt Ronnenberg bei der Eröffnung nicht vertreten“, sagt Janssen.

Hier setzt eine weitere Bitte des Kunstvereins an. „Die Stadt sollte uns auch ideell fördern, durch Hinweise in Broschüren und Zeitungen und mit Repräsentanten bei öffentlichen Auftritten“, ergänzt Janssen.

Um das kreative Tun der Profikünstler, die sich 1997 im Kunstraum Benther Berg zusammenfanden, betrachten zu können, muss man nicht unbedingt die Ausstellungsräume in Benthe betreten. Jederzeit anzuschauen ist Landschaftskunst, die auch von Mitgliedern des Kunstvereins gestaltet wird. Dazu gehören zum Beispiel die „Grünen Gäste“ von Kristina Henze. Die Skulpturen stehen auf einem Rundwanderweg, der als Beitrag der Stadt Ronnenberg für die Gartenregion Hannover im Jahr 2009 konzipiert wurde. Die Künstlerin schuf die Skulpturen passend zum Thema „Gartenbegegnungen“ der Gartenregion im Jahr 2011.

Entstanden ist der Landschaftskunstpfad unter anderem auch, weil sich der Verein Kunstraum Benther Berg damals bereits einen Namen gemacht hatte. Der Verein gehörte mit der Stadt, einem Landschaftsplanungsbüro sowie Frank Nickel als Eigentümer der Empelder Abraumhalde zu den Kooperationspartnern des Projekts.

Seit März 2009 kann zwischen Benthe und Empelde auf rund vier Kilometern Länge an 17 Stationen Kunst entdeckt werden – wie zum Beispiel der Monolith-Stelen-Platz der Künstlerin Carmen Repinski. Die Empelderin gehörte am 12. Oktober 1997 zu den Protagonisten der ersten Ausstellung im neu eröffneten Kunstraum Benther Berg – zusammen mit Uwe Ahrens, Bärbel Erbstößer, Dieter Götze, Alireza Omumi, Parvin Rezvanpour, Karin Sandberg-Kobling und Gérard Sery. Seit 1998 gibt es kontinuierlich sechs Ausstellungen im Jahr im Dachgeschoss des Fachwerkhauses an der Bergstraße 3 in Benthe.

Zehn Jahre später gründeten die Künstler einen gemeinnützigen, eingetragenen Verein. „Wir sind somit nicht kommerziell ausgerichtet, sondern betrachten unsere Arbeit als Bereicherung des kulturellen Lebens in Ronnenberg und darüber hinaus sowie als Förderung regionaler und überregionaler Künstler“, lautet die Intention der Kunstschaffenden.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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