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Fotograf Wilke lässt es einfach tropfen

Benthe Fotograf Wilke lässt es einfach tropfen

Tröpfchen für Tröpfchen und fast unbemerkt: Für Manfred Wilke ist es faszinierend, nahezu unsichtbare Bewegungen von Flüssigkeitsteilchen abzubilden. Er setzt mit seiner Spiegelreflexkamera Naturereignisse in Szene, die vom bloßen Auge kaum wahrgenommen werden. Im Benther Lädchen sind die Fotos jetzt zu sehen.

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Bruchteil eines Augenblicks: Manfred Wilke (gr. Bild links) zeigt im Benther Lädchen von Sabine de Vos die Ergebnisse seiner experimentellen Fotografie - tröpfchenweise und auch in Gläsern (kl. Bild).

Quelle: Ingo Rodriguez

Benthe. Tischlermeister und Hobbyfotograf - für den 63-jährigen Wilke ist das kein Widerspruch: "Experimentelle Fotografie ist auch ein Handwerk", sagt der Mann aus Benthe. Wenn er die genauen Abläufe seines Freizeitspaßes beschreibt, versteht man, was er meint: Auf den Auslöser der Kamera zu drücken, nehme am wenigsten Zeit für ein gutes Foto in Anspruch, sagt Wilke.

Im Lädchen von Sabine de Vos lässt sich beim Betrachten der Kunstwerke erahnen, das sein Hobby viel Aufwand erfordert. Im Ministudio seines Hauses verbringt Wilke viel Zeit, um eine neue Fotoserie nur vorzubereiten. Er hat vor einigen Jahren einen Fotokurs absolviert und die experimentelle Fotografie für sich weiter entwickelt. Zu seinem Handwerkszeug gehört nicht nur eine digitale Kamera. Plastikflaschen von Infusionssets aus der Apotheke, Hähne mit denen man Tropfgeschwindigkeiten einstellen kann, ein Gerüst, Flüssigkeitsfärber, Stativ, Beleuchtung, funkgesteuerte Blitzgeräte und weiße Acrylglasscheiben - ohne dieses Zubehör lässt sich Wilkes Kunst nicht realisieren. "Und dann lasse ich es einfach tropfen", sagt er.

Sein Interesse gilt den Momenten, "wenn Tropfen in eine Schale fallen, wieder aufsteigen und auf nachfolgende Tropfen treffen. Das sieht jedes Mal anders aus", sagt er. Allein mit einer handelsüblichen Kamera sei das wegen der Belichtungszeit nicht abzubilden. Nur über die Abbrennzeit des Blitzes sei es steuerbar, diese Phänomene in einer Zehntausendstelsekunde einzufrieren. Und dann drückt er auf den Auflöser. Zehn bis 15 Bilder pro Sekunde, 500 bis 1000 Bilder pro Aufbau. "In der Endauswahl bleiben mit Glück bis zu fünf brauchbare Motive auf der Festplatte übrig", sagt der Tischlermeister. Sein Antrieb für die Fleißarbeit: "Ich finde es faszinierend, schöne Dinge sichtbar zu machen, die sonst keiner sieht, weil alles viel zu klein ist und viel zu schnell geht."

Im Lädchen am Steinweg in Benthe lässt Wilke die Betrachter seiner auf Hartschaumplatten gerahmten Fotos daran teilhaben. Es ist seine erste Ausstellung. Wilke bietet die Motive auch zum Verkauf an. Im Lädchen sind die Bilder montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 7 bis 15 Uhr zu sehen.

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