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Die Schwalben lassen sich nicht stören

Ihme-Roloven Die Schwalben lassen sich nicht stören

Der Naturschutzbund (Nabu) Ronnenberg hat mit mehr als 100 Gästen auf dem Hof des Ehrenvorsitzenden Willi Elies sein alljährliches Sommerfest gefeiert. Abseits des Partytrubels gewährte der Gastgeber Einblicke in sein Vogelquartier: Seit 40 Jahren beherbergt er eine Schwalbenkolonie.

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Einblick ins Schwalbenparadies: Rainer Tubbe (links) und Willi Elies inspizieren abseits des Sommerfestes die Schwalbennester am Wohnhaus und in der Werkstatt. Dort lassen sich die Vögel (siehe Bildergalerie) von der leisen Hintergrundmusik der Party (siehe Galerie) nicht stören.

Quelle: Ingo Rodriguez

Ihme-Roloven. Die Festgäste hatten bereits Platz genommen, am Büfett bildete sich schon eine kleine Schlange, da bat der Gastgeber auf Nachfrage zu einem kleinem Rundgang. Der 91-Jährige Ehrenvorsitzende und Mitbegründer des Nabu Ronnenberg hat viel getan für den Umweltschutz – sogar das Bundesverdienstkreuz wurde ihm für seine ehrenamtlichen Verdienste verliehen.

Weitgehend unbekannt ist jedoch offenbar seine tierische Nachbarschaft – und damit ist nicht die Artenvielfalt des Naturkleinods gemeint, das den Hof der Familie mit Wohnhaus, Autowerkstatt und Garten in Ihme-Roloven umgibt. Seit 40 Jahren bereits beherbergt Elies eine kleine Schwalbenkolonie, nur einen Flügelschlag vom Partygeschehen entfernt. Insgesamt zwölf Nester befinden sich an den Gebäudewänden und unter dem Hallendach der Werkstatt – ein Familienbetrieb, den der Seniorchef als gelernter Karosseriebauer vor Jahrzehnten aufgebaut hat.

„Wir lassen immer ein Klappfenster am Hallendach auf, damit die Vögel reinfliegen können“, sagt Elies. Bis zu 100 Schwalben kommen seit vier Jahrzehnten in jedem Frühjahr aus dem Süden zu ihren Niststellen und Brutstätten in Ihme-Roloven zurück. „In der Halle sind Mehlschwalben, außen am Wohnhaus nisten Rauchschwalben“, sagt Elies. Der Nabu-Vorsitzende Rainer Tubbe hat sich dem Rundgang angeschlossen. „Ende August, Anfang September fliegen die Vögel dann wieder in den Süden“, weiß Tubbe.

Von Aufbruchstimmung ist in der Halle abseits des Partytrubels noch wenig zu spüren. Von den Hintergrundgeräuschen des Sommerfestes lassen sich die gefiederten Mitbewohner der Familie Elies nicht stören. Im Gegenteil: Völlig unbeeindruckt vom Partylärm und den neugierigen Gästen fliegen sie unter dem Hallendach munter hin und her – und beobachten den Besuch aus der Vogelperspektive.

„Vom Werkstattlärm lassen sich die Schwalben auch nicht stören“, sagt Elies. Dafür dulden die Mitarbeiter der Reparaturwerkstatt auch die unschönen Hinterlassenschaften der Vögel. „Die Autos werden abends abgedeckt, der Boden wird geputzt, und beschwert hat sich bislang auch noch kein Kunde“, sagt der 64-jährige Sohn des Ehrenvorsitzenden, Juniorchef Willi Elies, Er teilt die Gastfreundschaft seines Vaters. „Schwalben bringen Glück, sie kommen seit 40 Jahren, und wir lassen sie“, sagt er.

Die Nabu-Plakette „Schwalben willkommen“ hat Familie Elies trotz der Jahrzehnte alten Kolonie noch nicht bekommen. „Eine Urkunde brauchen wir nicht, um Schwalben zu beherbergen“, sagt Vater Elies. Auch den meisten der 100 Partygästen ist der kleine Rundgang im Schwalbenparadies entgangen - abgelenkt vom Stimmungsduo Alpenklang und vom einem Büfett mit allerlei Leckereien.

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