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Ein Lehrer aus Leidenschaft

Ronnenberg Ein Lehrer aus Leidenschaft

Mehr als 41 Jahre hat Bernhard Gotzmann als Lehrer gearbeitet - nun geht er in den Ruhestand, und muss sich erst noch daran gewöhnen.

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Bernhard Gotzmann hat nach eigenem Bekunden gern als Lehrer gearbeitet und dabei Ronnenbergs Bildungslandschaft mitgestaltet.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. Das neue Schuljahr beginnt ohne ihn. Früh aufzustehen hat sich damit erledigt. An dieses Gefühl muss sich der Neupensionär Bernhard Gotzmann noch gewöhnen. Er hat 41,5 Jahre als Lehrer gearbeitet und ist jeden Morgen - bis auf die Ferien - um 7.30 Uhr in der Schule gewesen.

Sein gesamtes Lehrerdasein hat der 64-jährige gebürtige Barsinghäuser in Ronnenberg gearbeitet - „ein toller Schulträger, der Bildung immer gefördert und dafür viel Geld in die Hand genommen hat“, sagt Gotzmann. Die Einweihung des Neubaus, den die Stadt für fast 14 Millionen Euro errichten ließ, bezeichnet er als den krönenden Abschluss seiner beruflichen Laufbahn. Diese begann am 1. April 1974 nach dem Studium in Hannover. Der Lehrer für Mathematik, Sport und Erdkunde fing mit dem Unterricht in der damaligen Realschule an der Langen Reihe in Ronnenberg an. Es folgten bewegte Jahre, denn die Bildungslandschaft änderte sich gründlich. Gotzmann wurde im Jahr 1996 Rektor der neu eingeführten Orientierungsstufe, die in das Schulgebäude an der Langen Reihe einzog. „Das war spannend, als die OS kam. Es war etwas ganz Neues“, erinnert sich Gotzmann.

Und als die Stadt Ronnenberg beschloss, eine kooperative Gesamtschule einzuführen, gefiel ihm das noch besser. „Ich bin Lehrer geworden, um allen Kindern die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen“, sagt Gotzmann. Ab 1993 war er Mitglied der Planungsgruppe für die neue Schulform. Es ist also keinesfalls übertrieben, wenn er behauptet, die KGS komplett mit aufgebaut zu haben. Auch aus diesem Grund bezeichnen ihn seine Kollegen als das wandelnde Gedächtnis der Ronnenberger Schulen.

Die pädagogische Ausrichtung gestaltete Gotzmann von Anfang an mit. Im Jahr 2004 wurde er didaktischer Leiter und Nachfolger von Winfried Baßmann, der als Schulleiter an ein Gymnasium in Hannover wechselte. „Wir haben uns eine ganze Menge selbst ausgedacht“, sagt Gotzmann und nennt als Beispiele die Konzepte für den Musikunterricht, die Hausaufgabenhilfe und die Förderung schwächerer Schüler.

Als didaktischer Leiter hatte er nicht nur die Schüler im Blick - die er stets 15 Stunden pro Woche unterrichtete -, sondern auch seine Kollegen. „Ich habe mich stark um die Fortbildung gekümmert“, sagt Gotzmann - anfangs für 20, zum Ende seiner Berufstätigkeit für 120 Lehrer. Dabei leistete Bernhard Gotzmann Integrationsaufgaben, denn das Pendeln zwischen den Schulstandorten Empelde und Ronnenberg, wo im früheren OS-Gebäude nach wie vor die Jahrgänge fünf und sechs unterrichtet werden, ist eine Besonderheit, die nicht allen Kollegen gefällt.

Jetzt ist er gespannt, wie lange das Gefühl anhält, er habe Ferien. Wenn ihm irgendwann danach ist - „ich werde mich nicht unter Druck setzen“ -, will er Spanisch in Spanien lernen, eines seiner liebsten Urlaubsländer, in die er mit seiner Frau reist. Radfahren, Golfspielen, Kochen, Lesen und die zwei Enkelkinder stehen ebenfalls auf dem Programm, „wenn ich gesund und fit bleibe“, sagt er.

von Kerstin Siegmund

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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