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Biologin rät zum Entfernen der Pappeln am Wallteich

Mit Erlen ersetzen Biologin rät zum Entfernen der Pappeln am Wallteich

Die Pappeln am Wallteich gehören nicht zur typischen Vegetation am Benther Berg und sollten mit Erlen ersetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Biologin Gisela Wicke aus Gehrden.

Benthe. Die Pappeln sind seit Jahrzehnten ein Ärgernis für die Anwohner des Thorgartens in Benthe. Immer wieder beschäftigen die 20 Bäume am Ufer und in der Nähe des Regenrückhaltebeckens auch den Ortsrat.

Jedes Frühjahr beschweren sich Bürger über die Blütenrückstände der Bäume, die sich als ein weißer Flusenteppich auf Terrassen und Wege legen. Um eine neutrale Einschätzung für eine Verbesserung der Situation zu erhalten, hat der frühere Förster Wilhelm Kulke aus Benthe die Biologin Gisela Wicke von der Arbeitsstelle für Vegetationskunde um ein Kurzgutachten gebeten. Wickes Stellungnahme überreichte SPD-Mitglied Wilhelm Kulke am Freitag Bürgermeister Wolfgang Walther.

Die Biologin stuft die Pappeln als Fremdholz ein, das nicht ortstypisch ist und keine lange Lebensdauer hat. Wicke, die auch Vorsitzende des Naturschutzbundes Gehrden-Benthe ist, empfiehlt, die Pappeln zu entfernen und mit Erlen zu ersetzen. In unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser könnten Büsche wie Liguster, Weißdorn oder Schlehen gepflanzt werden, rät Wicke.

Die Pappeln sind erneut ein Thema in der Ortsratssitzung am 15. August. Dort steht ein aktueller CDU-Antrag zur Umgestaltung zur Diskussion. Im November 2009 konnte die CDU-Ortsratsfraktion ihren Antrag, vier Pappeln am Thorgarten zu fällen, bei SPD und Grünen nicht durchsetzen. Die Initiative von Wilhelm Kulke könnte neuen Schwung in die Sache bringen. „Gemeinsam schaffen wir das“, sagte Kulke am Freitag.

Beschwerden der Anwohner gibt es nicht nur wegen der weißen Flusen in der Blütezeit. Mittlerweile sind auch die Wurzeln der Pappeln ein Ärgernis, die Pflastersteine auf dem Gehweg hochdrücken, zu Stolperfallen werden und Leitungen beschädigen können. Außerdem fallen trockene Äste herunter. Die Stadt wartet auf ein Signal des Ortsrates. „Wenn wir den Auftrag erhalten, ein Konzept für die Umgestaltung der Fläche zu erarbeiten, dann machen wir das“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler. Vorschläge der Verwaltung dazu gebe es seit Jahren.

In dem Verein Arbeitsstelle für Vegetationskunde haben sich bundesweit Biologen und weitere Wissenschaftler zusammengeschlossen. Auch in Niedersachsen beobachten die Forscher ehrenamtlich, wie sich die heimische Pflanzenwelt entwickelt. Ziel ist der Erhalt einer für das jeweilige Gebiet typischen Vegetation.

Nach Angaben von Diplom-Biologin Gisela Wicke gibt es im hannoverschen Stadtgebiet 50 öffentliche Flächen, deren Vegetation dauerhaft und regelmäßig von den Wissenschaftlern beobachtet und aufgezeichnet wird. „Wir schauen uns aber auch Moore oder den Maisanbau an“, sagt Wicke.

Das Spektrum der Vereinsmitglieder ist breit. So treffen sie sich beispielsweise vom 8. bis 10. September im Umweltzentrum in Hannover zu einem Wasserpflanzenseminar. Exkursionsziele sind unter anderem die Baggerseen in der Leineaue südlich von Hannover und deren Vegetation sowie die Mergelgruben bei Misburg, aber auch die Moorgewässer in der Nähe vom Altwarmbüchen.ker

Kerstin Siegmund

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