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Büffel grasen in staatlichem Auftrag

Vörie Büffel grasen in staatlichem Auftrag

Sie sind robust, genügsam und halten die Feuchtwiesen an der Ihme kurz. Gemeint sind die Wasserbüffel, die seit vier Jahren dort grasen und sich prächtig entwickeln. Die imposanten Tiere sind als vierbeinige Pflegekolonne auf dem geschützten Grünland unterwegs.

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Die Wasserbüffel sind eine Bereicherung für das Landschaftsschutzgebiet zwischen Weetzen und Vörie.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. Friedlich grasen die Wasserbüffel auf den Wiesen an den Stapelteichen. Beim Besuch von Maria Flachsbarth, einer ausgebildeten Tierärztin und derzeit Staatssekretärin in Berlin, deutet nichts darauf hin, dass es durchaus hektisch und auch gefährlich sein kann mit den vierbeinigen Landschaftspflegern an der Ihme.

Wenn die Bullen Anton und Timmi unbedingt zu den Kühen wollen, tauschen die Rivalen auch schon mal ihre Kräfte aus. Dann haben Landwirt Friedrich Baumgarte und seine Frau Doris alle Hände voll zu tun, um die beiden Bullen zu bändigen und manchmal auch einzufangen, wenn diese ausgebüxt sind.

Das Ehepaar aus Linderte ist laut Vertrag für die Herde verantwortlich. Und diese entwickelt sich prächtig. Die zwölf Kühe haben in diesem Jahr bereits acht Kälber geboren. Damit die Herde nicht zu groß wird, müssen überzählige Tiere verkauft werden. Abnehmer gibt es, denn das Interesse an den Wasserbüffeln ist groß. Friedrich Hüper, Geschäftsführer des Gewässerunterhaltungsverbandes und Initiator des Beweidungsprojektes in der Ihmeniederung, berichtet, dass jetzt auch die Stadtwerke Hannover überlegen, ob sie Büffel für die ökologische Gewässerpflege in den Wassergewinnungsgebieten einsetzen.

Hüper kann eine erste Erfolgsbilanz vorlegen. Aus seiner Buchführung, dem Monitoring, geht hervor, dass sich die Artenvielfalt um 40 Prozent vergrößert hat, seitdem die Büffel den Bewuchs entlang der Ihme kurzhalten. Das Monitoring ist eine von mehreren Auflagen des Landes Niedersachsen, das mit 187 000 Euro an dem Projekt beteiligt ist. Mit diesem Betrag habe das Land für 25 Jahre die Pflege der Flächen im Bereich der neu gebauten Bundesstraße bei Evestorf bezahlt, berichtet Hüper. Weitere Geldgeber sind der Gewässerverband, die Region und die Stadt Ronnenberg.

Auch die Jägerschaft, bei der die Büffel wegen der erforderlichen Einzäunung anfangs umstritten waren, ist jetzt mit im Boot. „Die Differenzen mit den Jägern sind ausgeräumt. Sie haben sogar 100 Erlen bei Evestorf gepflanzt“, sagt Hüper. Das Projekt an der Ihme gilt in Fachkreisen offensichtlich als Vorreiter für eine Beweidung bis in die Flüsse hinein. Diese Form der Gewässerpflege sei früher verpönt gewesen, meint Hüper. Das Bewusstsein für eine Rückkehr zur Natur sei gewachsen. Zum Beweis präsentiert Hüper eine Fachzeitschrift mit den Wasserbüffeln aus Vörie auf dem Titelbild.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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