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Bürger kaufen sich häufiger Waffen

Ronnenberg Bürger kaufen sich häufiger Waffen

Immer mehr Bürger beantragen kleine Waffenscheine, damit sie Schreckschusspistolen bei sich tragen dürfen. Sie sind offensichtlich von den Schlagzeilen über Terror und Gewalt verunsichert.

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Waffenbesitzkarten beantragen zumeist Jäger und Sportschützen. Wer eine Schreckschusswaffe bei sich tragen will, muss einen kleinen Waffenschein haben.

Quelle: Patrick Pleul

Ronnenberg. Das Sicherheitsbedürfnis der Bürger steigt. Diese Auffassung teilen die Mitarbeiter der Waffenbehörden. Das sind für Einwohner aus Barsinghausen, Wennigsen und Gehrden die Region Hannover, für Ronnenberger die Stadtverwaltung.

Immer mehr Einwohner lassen sich einen kleinen Waffenschein ausstellen, damit sie eine Schreckschusswaffe bei sich tragen dürfen. Ein Beispiel: Von Oktober 2014 bis Oktober 2015 stellte die Stadt Ronnenberg vier kleine Waffenscheine aus. „Von Oktober 2015 bis Juli 2016 sind es bereits 70“, berichtet der Stadtmitarbeiter Bernd Kowaltschik. 50 Euro Gebühr verlangt die Stadt dafür.

Die Genehmigung ist gesetzlich genau geregelt. Bevor die Behörde die Berechtigung für eine Waffe erteilt, wird der Antragsteller überprüft. Unbescholtene Bürger haben dabei nichts zu befürchten. Das Augenmerk der Behörden liegt auf der Zuverlässigkeit, ob der Antragsteller bereits strafrechtlich aufgefallen ist. „Wir fragen beim Bundeszentralregister, bei der Staatsanwaltschaft und bei der Polizei nach“, sagt Kowaltschik.

Zudem sei persönliches Erscheinen wichtig. Wenn der Antragsteller einen negativen Eindruck hinterlasse, werde ihm kein Waffenschein ausgestellt. Das Dokument kann entzogen werden. Etwa, wenn der Besitzer wie John Wayne herumlaufe, sagt Kowaltschik. „Die Schreckschusswaffe muss verdeckt mitgeführt werden und darf nicht zu sehen sein.“ Das sei im Sommer kaum möglich. Die Zuverlässigkeit wird nach drei Jahren überprüft.

Den Antrag für eine Waffenbesitzkarte stellen in der Regel Jäger und Sportschützen. Sie müssen laut Waffenrecht mindestens 18 Jahre alt sein sowie einen Sachkundenachweis erbringen. Die Jägerprüfung schließt die Ausbildung im Schießen und in der Waffenhandhabung ein. Eine Zustimmung des Schützenvereins oder der Jägerschaft ist notwendig. Auch die Zuverlässigkeit des Antragstellers wird von den Behörden überprüft. Probleme gebe es kaum, sagt Kowaltschik. „Dieser Personenkreis will sein Hobby ausüben.“

In Ronnenberg sind bis 20. Juli 2016 mit 1245 Exemplaren fast schon so viele Waffen gemeldet gewesen wie im gesamten Jahr 2015 (1277). Eine steigende Tendenz verzeichnen auch die Nachbarkommunen, zumeist betrifft dies die Schreckschusswaffen.

Barsinghausen: 2530 am Stichtag, 2464 Ende 2015. Wennigsen: 1109 am Stichtag, 1072 Ende 2015. Gehrden: 911 Waffen am Stichtag, 872 Ende 2015. Laut Stadtmitarbeiter Hendrik Brandt besitzen derzeit 311 Personen aus Gehrden eine Waffenbesitzkarte. Das sind überwiegend Jäger und Sportschützen. Weitaus häufiger wird der kleine Waffenschein beantragt, der zum Führen von Signal- und Reizstoffwaffen, also Schreckschusswaffen, berechtigt.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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