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Die Liebe zum Wort kennt kein Alter

Linderte Die Liebe zum Wort kennt kein Alter

Sie erweisen den großen Literaten dieser Welt ihre Referenz und zugleich hinterfragen sie kritisch eigene Texte. Aus diesem Anlass hat sich vor 20 Jahren der Calenberger Autorenkreis gegründet - und ist längst zum festen Bestandteil des Kulturangebots in der Region geworden.

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Autorenkreis-Gründer Friedrich Pape (links) und Wolfgang Nieschalk verbindet eine anspruchsvolle Passion.

Quelle: Kerstin Siegmund

Linderte. Der Calenberger Autorenkreis ist ein Begriff. In Linderte sowieso, wo  Friedrich Pape den literarischen Zirkel vor 20 Jahren in seinem Wohnzimmer gründete. Längst sind die Autoren über das Private hinausgewachsen. 40 Lesungen, zum Teil auch szenisch, gestalten die elf Mitglieder, davon vier Frauen, in diesem Jahr - sechs davon in der Linderter Heimatstube, aber auch in Elze, Alfeld und anderswo. "In Linderte ist das Haus immer voll", sagt Pape.

Zahlreiche treuer Hörer begleiten den Autorenkreis, dessen Mitglieder aus dem gesamten Calenberger Land kommen und 55 bis 88 Jahre alt sind. Sie bringen unterschiedliche Biografien mit. "Den Reiz der Gruppe machen die unterschiedlichen Berufe aus", sagt Wolfgang Nieschalk aus Rössing, und zählt Elektromeister, Veterinärprofessor, Landwirt und Bandarbeiter auf. Die Wortkünstler schätzen aber auch den freien Zusammenschluss der Gruppe, "ohne Vereinskorsett", sagt Pape. "Dieses bekommt den Literaten nicht."

Die Gruppe verbindet die gleiche anspruchsvolle Passion: die Auseinandersetzung mit den Werken berühmter Literaten wie Goethe, Schiller, Camus, Dürrenmatt, Kaschnitz oder Hesse. Genauso wichtig sind die selbst verfassten Texte. Die Bandbreite umfasst Essays, Lyrik, Prosa und Erzählungen. "Der Schwerpunkt unseres Zirkels liegt in der gegenseitigen Kritik", sagt Pape. Ein weiteres Bindeglied sei die Begeisterung für das poetische Wort. Und die ist 20 Jahre nach der Gründung ungebrochen. Eigene Texte werden sechs- bis siebenmal überarbeitet, bevor einige von ihnen im Eigenverlag herausgegeben werden, berichtet Pape.

Der 82-jährige Landwirt hat Grund zur Freude. Seit der Gründung hat sich die Gruppe leicht verjüngt. Zudem steht ihm Wolfgang Nieschalk (71) zur Seite, der die Termine für die Lesungen und Vorträge organisiert. Dabei bilden stets die Biografie eines Schriftstellers und Beispiele aus seinen Werken den Schwerpunkt.

Einige Veränderungen stehen für die Zukunft an. Die Gruppe will sich künftig auch für Fremdautoren oder eine literarische Gruppe öffnen. Zudem will der Zirkel die Marke Calenberger Autorenkreis schützen lassen. Ob es auch neue Mitglieder geben wird? "Wir laden Interessenten gern ein und schauen, ob sie unser Niveau haben", sagt Nieschalk. Auch das Gegenteil kommt vor. "Manche Autoren gehen weg mit der Begründung: Mir fällt nichts mehr ein", ergänzt Pape.

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Der Calenberger Autorenkreis ist ein freier Zusammenschluss von Literaturbegeisterten.

Quelle: privat

Von Kerstin Siegmund

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