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Adventscafé wird zum interkulturellen Dorffest

Weetzen Adventscafé wird zum interkulturellen Dorffest

Mustergültige Vorzeigeaktion für gelebte Willkommenskultur: In Weetzen haben mehr als 80 Asylbewerber gemeinsam mit etlichen Dorfbewohnern bei einem Adventscafé einen stimmungsvollen Nachmittag erlebt - mit Kaffee und Kuchen, gemeinsamem Gesang und guten Gesprächen in vielen Sprachen.

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Lange Schlange, gute Stimmung: Beim Adventscafé im Gasthaus Lüerßen tummeln sich die Asylbewerber und die Dorfbewohner am Kuchenbüfett.

Quelle: Ingo Rodriguez

Weetzen. Gasthaus Lüerßen - einen passenderen Namen hätte der Veranstaltungsort nicht haben können. Seit mehr als einem Monat werden in dem Traditionslokal zwar nicht mehr gewerbsmäßig Speisen und Getränke serviert. "Der Name ist nach 154 Jahren in der Dorfgeschichte aber nicht mehr wegzudenken", sagte Ortsbürgermeister Wilke kurz nach dem Auftakt der Aktion. Die Stadt habe das Gebäude der früheren Gastwirtschaft zwar für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien erworben. "Ein neuer Name ist aber gar nicht nötig, schließlich geht es doch bei den Integrationsbemühungen auch um Gastfreundschaft."

In Weetzen ist genau dieses Wort kein Lippenbekenntnis. Das zeigte sich auch bei der Aktion im Saal des Gasthauses. Dem Aufruf und der Einladung des Weetzener Arbeitskreises (AK) Willkommen waren mehr als 80 Asylbewerber gefolgt - und etliche Dorfbewohner. Und das Treffen war nicht einmal 30 Minuten alt, da wurde schon gemeinsam gesungen. "Wir sind da", hallte es durch den Saal, als Pastor Günter Koschel mit einer Gitarre singend durch die Stuhlreihen schritt - ein Refraintext mit Symbolkraft.

"Wir wollen die neuen Flüchtlingsfamilien begrüßen und die bereits in Weetzen wohnenden Asylsuchenden weiter in das Dorfleben einbinden", nannte Sylvie Röhrkasten vom AK noch einmal den Hintergrund der Aktion. Seit zwei Jahren schon bemüht sich die Initiative um die Integration der Zuwanderer aus Krisengebieten. Rund 110 Asylbewerber leben derzeit in Weetzen. "Davon 75 in der Gemeinschaftsunterkunft, andere in Wohnungen", sagte Röhrkasten. Im Laufe des Dezembers sollen die ersten Asylbewerber im Obergeschoss des Gasthauses einziehen.

"Bei den Begegnungen sollen auch immer möglichst viele einheimische Dorfbewohner dabei sein, weil es ja um Gemeinschaft geht. Außerdem suchen wir ja immer noch Paten, die einzelne Familien persönlich unterstützen", sagte Röhrkasten. Auch deshalb hatte der Arbeitskreis für das Adventscafé im ganzen Dorf kräftig die Werbetrommel gerührt - und für die Aktion fleißig Kuchen gebacken. Es sei toll, den ganzen Menschen zu begegnen, lobte der 32-jährige Amar aus Syrien in gutem Englisch die Bemühungen.

Es soll auch nicht die letzte Aktion im Dorf bleiben: Für den Dezember ruft der AK die Bewohner dazu auf, ein zusätzliches Licht in ein Fenster zu stellen. "Als Zeichen der Nächstenliebe", nannte Birgit Sendler-Koschel den Hintergund der Gemeinschaftsaktion.

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