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Kinderessen schmeckt Eltern nicht

Ronnenberg Kinderessen schmeckt Eltern nicht

Rohe Kartoffeln, halbe Tomaten in der Brühe: Das Essen für Kleinkinder in den städtischen Kitas schmeckt den Eltern überhaupt nicht. "Nicht kindgerecht", lautet auch die Einschätzung der Verwaltung. Der Lieferant muss jetzt mit Konsequenzen rechnen.

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Die Qualität der warmen Mahlzeit für die Kinder in den Krippen, Kitas und Horten wird von den Eltern heftig kritisiert.

Quelle: Waltraud Grubitzsch

Stefanie Wehmeier ist eine von vielen Eltern, die sich über die warme Mahlzeit für ihre Kinder beklagen. "Das Essen ist so schlecht. Es gibt rohe Kartoffeln sowie Reis und klare Gemüsebrühe mit halben Tomaten darin. Wie sollen die Kleinen das essen können?", fragt die Mutter eines zweijährigen Sohnes. Manchmal würden die Kinder trocken Brot knabbern, weil das Mittagessen ungenießbar sei. Die Ronnenbergerin ärgert sich auch, dass die Eltern das schlechte Essen bezahlen müssen - 47 Euro  monatlich. Das Essen ist Pflicht, wenn die Kinder länger als halbtags in der Kita betreut werden.

In der Stadtverwaltung sind die Beschwerden der Eltern angekommen. "Wir nehmen das ernst", sagt Teamleiter Thomas Marhenke. Das Essen sei nicht kindgerecht. Diese Rückmeldung habe er auch von den Erzieherinnen erhalten. Die Mitarbeiter seien angewiesen, die Qualität des Essens täglich zu dokumentieren, "damit die Stadt eine Handhabe hat", sagt Marhenke.

Die herbe Kritik an der Essensqualität ist ein denkbar schlechter Start für das Unternehmen Sodexo, dem neuen Vertragspartner der Stadt. Seit 7. September, als sämtliche Kinderbetreuungseinrichtungen nach den Sommerferien wieder geöffnet waren, liefert der Caterer das Kitaessen. Die Kommune hatte die Herstellung und Lieferung erst im Frühjahr für vier Jahre neu vergeben, nach einer öffentlichen Ausschreibung für ein Auftragsvolumen von 2,2 Millionen Euro. „Die Stadt behält sich ein Sonderkündigungsrecht vor, sollte es mit der Firma nicht funktionieren“, sagte der Erste Stadtrat Torsten Kölle im Mai im Sozialausschuss, als der Vertragsabschluss mit dem Caterer Thema war.

Der Vertrag mit Sodexo ist eine Folge der Schließung der Stadtküche. Diese ist 1992 in der Integrativen Kindertagesstätte am Wischacker in Empelde eingerichtet worden. Ende Juli wurde die Küche geschlossen, weil sie nicht mehr die Zulassungskriterien erfüllte. Die Stadt hätte kräftig in neue Technik und Ausstattung investieren müssen. Da die Kapazität der Küche nicht für alle Krippen, Kitas und Horte in Ronnenberg ausreichte, beschloss der Rat die Schließung. Die Mitarbeiter erhielten andere Arbeitsplätze bei der Stadt. Zuletzt sind in der Küche mehr als 400 Kindermahlzeiten täglich frisch zubereitet worden.

Von Kerstin Siegmund

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