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Schüler lernen Sprache spielerisch

Weetzen Schüler lernen Sprache spielerisch

Seit vier Monaten lernen 16 Flüchtlingskinder Deutsch in der Grundschule - mit beachtlichem Erfolg. Drei Schüler wechseln nach den Sommerferien bereits in eine Regelklasse. Am Mittwoch haben sie sogar ein Theaterstück für die Schulabgänger aufgeführt.

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Gespannt warten die Kinder auf die Theateraufführung der

Quelle: Kerstin Siegmund

Weetzen. Arabisch, Montenegrinisch, Serbisch, Twi (Ghana), Polnisch, Russisch, Paschtunische Sprache/ Dari, Urdu, Kurdisch: Mit diesen Muttersprachen sind die 16 Jungen und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien am 8. Februar zum ersten Mal in die neue Sprachlernklasse in der Regenbogenschule gekommen. Der Grundschule wurde zum 1. Februar dieses Jahres von der Schulbehörde eine eigene Klasse zur Sprachförderung genehmigt. "Weil bei uns stets neue Kinder ein- und umgeschult werden, die die deutsche Sprache nicht oder nur
teilweise beherrschen", sagt die Schulleiterin Christine Hümpel- Lutz.

Sie und ihre Kolleginnnen verfügen über eine Menge Erfahrung mit Kindern, die nicht deutsch sprechen, denn in Weetzen gibt es seit Jahrzehnten ein Asylbewerberheim. Martina Oys, Klassenlehrerin der Sprachförderschüler, unterrichtet ihre Schützlinge jeweils drei Stunden täglich in Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Weitere zwei Stunden täglich verbringen die Kinder in den Regelklassen, je nach Alter im ersten bis vierten Jahrgang.

Die Kinder sind nicht nur aus verschiedenen Kulturen und unterschiedlich alt, sie bringen auch völlig verschiedene Vorkenntnisse mit. Die deutsche Sprache lernen sie spielerisch. "Anfangs verstehen sie die Wörter nicht, aber über Emotionen, Gestik und Mimik kommen sie gut mit", sagt Oys. Lieder und Reime sind
ebenso Bestandteil des Unterrichts wie Geschichten und Spiele.

Dieses Konzept geht offensichtlich auf. "Drei Kinder sind so gut, dass sie nach den Ferien komplett in die Regelklasse wechseln", berichtet die Schulleiterin. "Sie haben die deutsche Sprache wie einen Schwamm aufgesogen" fügt Hümpel-Lutz hinzu. Sie freut sich nicht nur über den Erfolg der Schüler, sondern auch, dass die Sprachförderung an der Regenbogenschule nach den Sommerferien fortgesetzt werden kann. "Uns liegt aktuell die Genehmigung der Schulbehörde vor, die wir für jedes Schuljahr neu einholen müssen", sagt die Rektorin. "Wir hoffen sehr, dass es noch lange geht", ergänzt Martina Oys.

Wie gern und schnell die Kinder lernen, haben sie am letzten Schultag vor den Sommerferien bewiesen. Die 16 Förderschüler führten mit einigen Drittklässlern das Theaterstück "Paulas Reisen" nach dem Kinderbuch von Paul Maar auf - eine Traumreise zum Thema Integration und eine Abschiedsvorstellung für die Viertklässler, die die Grundschule verlassen. Genauso wichtig wie das Theaterspiel ist den Flüchtlingskindern aber der Sport. "Bei einer Mini-Fußball-EM an unserer Schule sind sie beklatscht worden - weil sie sehr gute Fußballer sind und mehr als die Anderen können", berichtet Martina Oys.

An den Schulen im Ronnenberger Stadtgebiet gibt es derzeit sechs Sprachlernklassen, davon zwei an der Grundschule in Empelde, eine in Weetzen und drei an der weiterführenden Marie-Curie-Schule. Die Stadt unterstützt die Sprachförderung von Migrantenkindern mit Geld- und Sachleistungen. „Wir stellen die Räume zur Verfügung und bezahlen das Unterrichtsmaterial“, berichtet der Erste Stadtrat Torsten Kölle, der im Rathaus unter anderem für Schulen und Bildung zuständig ist.

4900 Euro stehen für dieses Jahr im städtischen Haushalt bereit, damit die Lehrer die Flüchtlingskinder an die deutsche Sprache heranführen können. „Das Geld wurde zusätzlich zum Etat der jeweiligen Schule bewilligt“, sagt Kölle.

Die Stadt sorgt auch für die notwendigen Unterrichtsräume. So wurde an der Grundschule in Weetzen vorerst auf die Horterweiterung verzichtet und die dafür vorgesehene ehemalige Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss des Altbaus an der Hauptstraße für die Sprachlernklasse umgebaut. In der Grundschule in Empelde wird ebenfalls Platz für die Sprachförderung geschaffen. Die Verwaltung stellt zwei Containerbauten für Unterrichtszwecke auf dem Schulparkplatz an der Barbarastraße auf.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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