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Fachkräfte für Altenpflege dringend gesucht

Empelde Fachkräfte für Altenpflege dringend gesucht

Den Internationalen Tag der Pflege am Donnerstag nutzen die Johanniter, die bundesweit 96 Seniorenhäuser betreiben, für eine Fachkräftekampagne. In Empelde haben sich 18 Zehntklässler der örtlichen Gesamtschule einen Tag lang mit der Altenpflege vertraut gemacht.

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Ein sicheres Gefühl: Die Auszubildende Chantal Kampe (von links) zeigt den Schülern Melda Deniz (14) und Leon Kovcacevic (15) die Funktion eines Lifters, der in der Altenpflege einegesetzt wird.

Quelle: Kerstin Siegmund

Empelde. Kein einfacher Job, aber ein sicherer Arbeitsplatz. Mit diesen Worten wirbt Stephan Theiler, Leiter des Johanneshauses Empelde, für das Berufsbild Altenpflege. Nach seinen Informationen fehlen bis zum Jahr 2050 bundesweit 300.000 Vollzeitkräfte in der Pflege. "Die Menschen werden älter, in der Gesellschaft hat sich zudem ein Bewusstseinswandel vollzogen. Die häusliche Pflege wird weniger", sagt Theiler, der an der Berliner Straße in Empelde ein Pflegeheim mit 121 Bewohnern leitet. "Davon sind nur noch 15 Prozent mobil", sagt er.

Für die Pflege und Betreuung werden dringend Fachkräfte gesucht. Theiler und seine 85 Mitarbeiter machen deshalb gern mit bei der bundesweiten Werbeaktion für die Altenpflege. Dafür hat der Einrichtungsleiter einen neuen Kooperationspartner ins Boot geholt. "Die KGS Ronnenberg will unsere Einrichtung sogar in ihren Unterrichtsplan einbauen" sagt Theiler sichtlich begeistert. Er habe es bisher noch nicht erlebt, dass eine Schule so offen mit dem Thema umgehe.

Die Fachkräftekampagne der Johanniter passt offensichtlich zum Profilkurs Gesundheit und Soziales, den die 18 Zehntklässler gewählt haben, die sich am Donnerstag im Johanneshaus informierten. Einen Unterrichtstag lang sammelten die jungen Leute an sechs verschiedenen Stationen praktische und theoretische Eindrücke in der stationären Pflege - auch in Gesprächen mit den Bewohnern, die sich im Heimbeirat engagieren. 

"Wir brauchen Eure Unterstützung, damit unsere alten Menschen versorgt werden können", gibt Theiler den jungen Leuten mit auf den Weg. Er nennt einen weiteren Grund für die Werbekampagne. "Meist werden nur unschöne Dinge aus der Altenpflege publik. Wir wollen zeigen, dass unser Beruf auch positiv sein kann", sagt der Einrichtungsleiter. 

Dazu gehören auch Informationen über die Verdienstmöglichkeiten und die Aufstiegschancen. Die duale Ausbildung zum examinierten Altenpfleger dauert drei Jahre und wird mit 900 bis 1150 Euro bezahlt. Berufsanfänger, aber auch Quereinsteiger, absolvieren die Praxis in einer Pflegeeinrichtung und die Theorie an einer Altenpflegeschule. Nach dem Examen verdienen Fachkräfte laut Theiler 2700 Euro brutto, wenn sie nach Tarif bezahlt werden. "Es gibt aber auch Häuser, die weniger bezahlen", sagt er. Die Chancen für Berufsanfänger seien gut.

Im Johanneshaus werden derzeit fünf Auszubildende auf den Beruf vorbereitet. Die Praxis lernen sie von 85 erfahrenen Mitarbeitern. "Viele von ihnen haben hier gelernt", sagt Theiler. Und das Personal sei so international wie der jährlich begangene Internationale Tag der Pflege. „Wir haben hier auch Mitarbeiter, die aus Russland, Polen und der Türkei stammen“, berichtet der Leiter.

Die neue Kooperation mit der Schule wird auch von der Stadt Ronnenberg unterstützt. Bürgermeisterin Stephanie Harms schaute gestern bei den Jugendlichen im Johanneshaus vorbei. „Jeder von uns hat Eltern oder Großeltern, die möglicherweise Pflege brauchen“, sagte sie. Sie warb ebenfalls für den Job mit Menschen. Harms und ihr Wirtschaftsförderer Torsten Jung lobten, dass im Johanneshaus künftig sechs Auszubildende beschäftigt werden. „Die jungen Leute sollten in Ronnenberg bleiben können“, sagte Harms.

Das sagen die Jugendlichen:

Ich kann mir vorstellen, in der Altenpflege zu arbeiten. Weil ich es als großen Vorteil empfinde, unter Menschen zu sein. Dieser Beruf wäre aber nicht meine erste Wahl. Ich interessiere mich eigentlich für Maschinen und Technik.

Niklas Molloisch (14), Ronnenberg

Nein, das kommt für mich nicht in Frage. Für mich wäre dieser Beruf nicht wirklich etwas. Ich mag es nicht, mit älteren Menschen zu arbeiten. Auch wenn sie nichts dazu können, dass sie Pflege und Betreuung brauchen.

Lea-Kim Sommer (15), Empelde

Die Altenpflege ist eher nicht so mein Beruf. Das stand für mich bereits vor dem Besuch hier fest. Ich habe ganz andere Interessen. Die Polizei ist meine erste Wahl. Dort habe ich bereits ein Praktikum gemacht und das soll es auch sein.

Monique Trinquardt (16), Hannover

Ich glaube, dass ich in dem Beruf des Altenpflegers arbeiten könnte. Warum? Weil ich es mag, unter Menschen zu sein und mit und für sie zu arbeiten. Dass ich dabei Älteren helfen kann, finde ich ebenfalls sehr gut.

André Garbe (17), Ronnenberg

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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