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Felsenburg wird Flüchtlingsunterkunft

Ronnenberg Felsenburg wird Flüchtlingsunterkunft

Erst war es ein Hotel, dann ein Nachtclub. Nun wird die Felsenburg an der B 217 in Ronnenberg zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

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Das alte Hotel an der Felsenburg wird zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

Quelle: Nils Oehlschläger

Ronnenberg. Der Whirlpool hat ausgedient. Von dem alten Sprudelbecken sind nur noch die Umrisse zu erahnen, auch eine Sauna wurde bereits entfernt. Stattdessen sollen in dem gefliesten Raum bald Waschmaschinen für die neuen Bewohner bereitstehen.

„Derzeit sind wir mit dem Rückbau beschäftigt“, sagt Cord Hennies von der städtischen Gebäudewirtschaft. Das ehemalige Hotel soll wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden. So wie es war, bevor es zeitweise als Sauna- und Erotikclub genutzt wurde. „Der Umbau dürfte bis Ende Oktober abgeschlossen sein“, sagt Hennies. Dann soll dort Platz für rund zwei Dutzend Flüchtlinge sein.

„Im Bereich der ehemaligen Räume für Hotelgäste befinden sich zehn Doppelzimmer“, erklärt der Diplom-Ingenieur. In den durchschnittlich 18 Quadratmeter großen Räumen sollen jeweils zwei Menschen einziehen. „Wir werden auch eine Küchenzeile einbauen“, sagt Hennies. In den Badezimmern werden die Duschwände ausgetauscht. Derzeit reißen Arbeiter die Böden heraus und verlegen Kabel, damit die ehemaligen Hotelzimmer über einen eigenen Sicherungskasten verfügen. Später kommen noch neue Tapeten an die Wände.

Ein weiterer Gebäudeteil, in dem sich früher eine Gaststätte befunden hat, soll zu einem Gemeinschaftsraum umgebaut werden. Daran angrenzend entstehen noch zwei weitere Wohnräume. Hennies rechnet dort mit Platz für bis zu sieben Personen.

Neue Zuweisung wirft Planung über den Haufen

Die Ankündigung des Landes, kurzfristig 3000 Asylsuchende zusätzlich auf die Kommunen zu verteilen, weil die Erstaufnahmelager überfüllt sind, stellt auch die Stadt Ronnenberg vor erhebliche Herausforderungen. „Die neue Zuweisung wirft jede Planung über den Haufen“, sagt der Erste Stadtrat Torsten Kölle. Allein in dieser Woche erwartet die Stadtverwaltung mindestens 19 Neuankömmlinge. Bisher musste die Stadt vier bis acht Personen in der Woche aufnehmen. Im Monat August wird die Stadt voraussichtlich 40 Zuwanderer untergebracht haben. „Normal waren zehn bis zwölf Asylbewerber pro Monat“, sagt Kölle. Bis Ende August, meint der Erste Stadtrat, werde die Stadt jene Quote erfüllen, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach der Einwohnerzahl der Kommunen festgelegt hat. Derzeit beherbergt die Stadt Ronnenberg 174 Asylbewerber, davon 100 Personen dezentral in eigenen oder angemieteten Wohnungen. 75 Menschen leben im von der Stadt ebenfalls gemieteten Flüchtlingsheim an der Hauptstraße in Weetzen. Bei der Unterbringung stößt die Stadt an ihre Grenzen.

„Irgendwann ist der Mietwohnungsmarkt ausgereizt“, meint Kölle. Einige Objekte stehen der Stadt aber noch zur Verfügung. Für 25 Neuankömmlinge wird das ehemalige Erotikhotel Felsenburg an der B?217 vorbereitet. Renoviert wird auch das ehemalige Hausmeisterhaus der früheren Zulassungsstelle der Region Hannover, das sich ebenfalls an der Hamelner Straße in der Nähe des Polizeikommissariats befindet. Eine Wohnung kann kurzfristig in den ehemals von der Volkshochschule genutzten Räumen in einem städtischen Gebäude an der Stillen Straße in Empelde bezugsfertig gemacht werden. In einem Haus an der Dorfstraße in Vörie kann die Stadt ebenfalls Flüchtlinge unterbringen. „Damit schaffen wir für Neuankömmlinge Platz im Wohnheim in Weetzen“, sagt der Erste Stadtrat. Eine nächste Flüchtlingswelle, die auf die Kommunen zurollt, will Ronnenberg in Wohncontainern unterbringen, die spätestens Ende des Jahres auf einem städtischen Grundstück an der Salinenstraße in Benthe stehen sollen. Hinter der Gärtnerei Behre sollen zwei Module für 25 Menschen aufgestellt werden. Derzeit wird das Grundstück vorbereitet und die notwendigen Versorgungsleitungen gelegt.

von Nils Oehlschläger und Kerstin Siegmund

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