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Hilfe für alle bedürftigen Benther

Ronnenberg Hilfe für alle bedürftigen Benther

Fremdenfreundlichkeit - unter diesem Motto hat sich ein offener Gesprächskreis im Gemeindehaus Benthe getroffen. Um Abgrenzungen von Flüchtlingen abzubauen, könnten die ehrenamtlichen Hilfen auf alle bedürftigen Dorfbewohner ausgeweitet werden, so ein Ansatz. Arbeitstitel: Benther für Benther.

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Schon am Benther Ortsschild werden Auswärtige wie Einheimische freundlich begrüßt.

Quelle: Uwe Kranz

Benthe. Bei einem waren sich die 17 Benther einig, die am Dienstagabend in einem Stuhlkreis zusammensaßen. Sie wollen nicht gegen etwas sein. Keine Konfrontation, keine erhobener Zeigefinger - vielmehr wollen sie zeigen wofür sie stehen: Eine offene Gesellschaft und Fremdenfreundlichkeit.

Viele der Anwesenden berichteten zunächst gegenüber dem gastgebenden Pastor Funke von einzelnen abfälligen oder kränkenden Bemerkungen von Mitbürgern gegenüber Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern in den vergangenen Monaten. "Echten Rassismus habe ich in Benthe aber nicht kennengelernt", stellte Ulrich Heemann fest und gab damit auch die Auffassung der Runde wieder.

Dennoch wollten die Anwesenden etwas zur Verbesserung des Miteinanders in ihrem Dorf beitragen. Dazu müssen, so der Tenor, Grenzen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen abgebaut werden. Einerseits könne man die Angebote der Flüchtlingshilfe auf alle bedürftige Mitbürger erweitern, andererseits auch Flüchtlinge in den Pool der Helfer aufnehmen, regte Regina Töberg an. Als Benther für Benther müsse dann die Hilfe nicht mehr auf eine Bevölkerungsgruppe begrenzt bleiben, sagte sie und erhielt für diese Idee breite Unterstützung. 

Eine erste mögliche Aktion sah Töberg in einer Änderung bei der Schülerhilfe. Diese könnte sich künftig nicht nur an Flüchtlingskinder richten, sondern Nachhilfe für alle Kinder anbieten, die Probleme in der Schule haben. Weitere Hilfe könne es beispielsweise bei krankheitsbedingten Problemen mit der Haushaltsführung oder der Gartenarbeit geben. Auch Fahrdienste und vieles mehr sind denkbar. "Und wenn auch Flüchtlinge anderen Helfen, sind sie damit besser integriert", sagte Töberg.

Konkretisiert werden diese Vorschläge künftig aber wohl am ehesten vom Helferkreis der Gemeinde, denn eine neue Gruppe oder Initiative hoben die Anwesenden nicht aus der Taufe. Unter anderem will man sich, was die Organisation der Hilfe angeht, an Tauschbörsen im Umland orientieren. Der Gesprächskreis am Dienstagabend vereinbarte derweil, dass kein weiteres Treffen in dieser Runde mehr notwendig wäre. 

"Freiraum" könnte Vorbild sein

Eine ähnliche Initiative wie Benther für Benther ist die Freiwilligen-Agentur „Freiraum“ in Gehrden. Diese hat sich der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verschrieben. Der Verein ist vor allem in der Flüchtlingshilfe aktiv, richtet sich aber an alle Bürger. Angeboten werden Projekte wie Alphabetisierungskurse, Deutschkurse für Anfänger, Schwimmkurse für Frauen oder Formularausfüllhilfe. Dazu wurde ein Dolmetscherpool aufgebaut. Jüngstes Projekt ist in Kooperation mit der Diakonie die Arbeitsmarktintegration. In Ronnenberg hat sich eine Freiwilligen-Agentur vor rund einem Jahr aufgelöst. Die Koordinierung ehrenamtlicher Hilfe hat das städtische Team für soziale Dienste übernommen.

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